„Ich würde mir wünschen, dass wir in zehn Jahren auf einer Stufe mit dem FC Barcelona und dem FC Bayern stehen.“
Hasan Ismaik zu Beginn seiner 1860-Zeit
Ismaik kam als Retter des am Abgrund stehenden Traditionsvereins. Er kam aber auch als Visionär, der mit den „Löwen“ eine große Zukunft anpeilte. „Ich würde mir wünschen, dass wir in zehn Jahren auf einer Stufe mit dem FC Barcelona und dem FC Bayern stehen. Aber um das zu schaffen, müsste alles perfekt laufen“, sagte Ismaik auf seiner ersten Pressekonferenz. Für die Rückkehr ins Oberhaus kalkulierte er mit Investitionen in Höhe von 10 bis 20 Millionen Euro binnen drei Jahren.
Wirklich tief in die Tasche griff der Verein in der Saison 2016/17, als Stefan Aigner, Ribamar und Christian Gytkjær für insgesamt fast acht Millionen Euro kamen. Eine zu damaliger Zeit äußerst hohe Summe. Dazu kassierte etwa Stürmerstar Ivica Olić ein stolzes Gehalt. Am Ende der Spielzeit stand aber nicht die erhoffte Bundesliga-Rückkehr, sondern der sportliche Absturz in die 3. Liga. In der Relegation unterlagen die Münchner unter skandalösen Umständen Jahn Regensburg. Fans warfen Stangen, Sitzschalen und andere Gegenstände auf das Spielfeld, die Partie wurde für eine Viertelstunde unterbrochen.

Heiko Herrlich, damaliger Jahn-Trainer, nannte das Verhalten „hochgefährlich“ und forderte: „Man sollte auch in der Niederlage die Haltung bewahren.“ 1860-Kapitän Kai Bülow äußerte noch andere Bedenken. „Viele Spieler wissen nicht, wie es jetzt weitergeht“, sagte er. Mit einem gewaltigen Umbruch ging es nicht etwa in der 3. Liga, sondern in der Regionalliga weiter. Denn Ismaik überwies die notwendigen Millionen für die Drittligalizenz nicht.
Verkauf der Ismaik-Anteile scheiterte auf den letzten Metern
Zu dem Zeitpunkt wurde der Jordanier in München schon längst nicht mehr als Retter betrachtet. Ein anhaltender Machtkampf mit der Vereinsspitze, protzige Auftritte, leere Versprechen und sein Kampf gegen die 50+1-Regelung – der Investor brachte den Großteil der Fangemeinschaft gegen sich auf.
Ismaik blieb trotzdem und der Verein packte im ersten Anlauf den Aufstieg in die 3. Liga. Das Verhältnis zwischen dem Traditionsklub und seinem Geldgeber besserte sich in den folgenden Jahren aber nicht. „Seit 14 Jahren leide ich unter diesen Leuten. Es gibt keine Wertschätzung, keinen Respekt. Nichts“, haderte der Geschäftsmann im April 2025. „Ich gebe mir die Schuld, dass ich, bevor ich gekauft habe, 1860 nicht richtig verstanden habe – die Kultur, die Geschichte des Klubs, die 50+1-Regel.“












