Als zentraler Mittelfeldspieler war Faé in den Nullerjahren Teil der sogenannten „goldenen Generation“ der Nationalmannschaft der Elfenbeinküste, die er gemeinsam mit Weltstars wie Didier Drogba, den Brüdern Yaya und Kolo Touré, Didier Zokora oder Emmanuel Eboué prägte. Auf Vereinsebene spielte er bei FC Nantes, OGC Nizza und dem FC Reading, ehe er im Alter von erst 28 Jahren seine Karriere wegen chronischer Venenentzündungen beenden musste.
Spielsystem und Taktik
Die Basis des Spiels der Elfenbeinküste ist eine stabile Viererkette, auf der Trainer Faé je nach Gegner entweder ein 4-3-3 oder ein 4-2-3-1 aufbaut. In der Innenverteidigung und im defensiven Mittelfeld stehen tatsächlich wahre Elefanten: Die meisten Spieler dieser Positionsgruppe sind mindestens 1,90 Meter groß. Im Zentrum geht es hart zur Sache, hier werden Räume zugestellt, lange Schläge weggeköpft und Bälle gesichert.
Nach vorn zeigen die Ivorer ein anderes Bild: Es geht früh und schnell auf die Flügel, dort wird das Tempo hochgehalten, das Spiel breit gemacht, um Eins-gegen-Eins-Duelle für Flügelspieler wie Yan Diomande oder Bazoumana Touré zu erzwingen. Nach Ballgewinnen wird schnell vertikal gespielt, oft mit wenigen Kontakten. Genau hier liegt eine der größten Stärken: Die Elfenbeinküste kann Gegner über Tempo und direkte Läufe hinter die Abwehr unter Druck setzen.
Aber: Gegen tief stehende Gegner ist vor der letzten Kette oft Schluss. Die Strafraumbesetzung ist oft unzureichend, Flanken finden keinen klaren Abnehmer. Die Sehnsucht nach einem neuen Nationalhelden wie Didier Drogba dringt den Ivorern aus jeder Pore. Ein klassischer Zielspieler, der Angriffe abschließt und Bälle festmacht, fehlt. Ein Leitbulle für „Les Éléphants“.
Defensiv steht die Mannschaft grundsätzlich kompakt, was die Qualifikation ohne Gegentor belegt. Gleichzeitig gibt es immer wieder Phasen, in denen die Ordnung verloren geht – etwa nach eigenen Ballverlusten. Diese Konzentrationsprobleme führten auch beim Afrika-Cup dazu, dass die Mannschaft mehrfach in Rückstand geriet. Diese Schwachstellen wird auch Deutschlands Trainerteam um Julian Nagelsmann im Blick haben.
Die Elfenbeinküste war noch nie in der K.-o.-Runde
Die Elfenbeinküste nahm 2006, 2010 und 2014 an Weltmeisterschaften teil und schied dreimal in der Gruppenphase aus. Immer war es eng, immer hatte man sich eigentlich mehr versprochen. Das große Versprechen der Drogba-Generation konnten die Ivorer nie einhalten. Das wollen sie in Nordamerika ändern.











