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Home » Boomer kommen bei Rente zu gut weg
Wirtschaft

Boomer kommen bei Rente zu gut weg

By zeit-heute.deJuni 3, 20263 Mins Read
Boomer kommen bei Rente zu gut weg
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Rentenexperte bei „Lanz“

„Wir Babyboomer sind das Problem“


03.06.2026 – 16:45 UhrLesedauer: 3 Min.

Bernd Raffelhueschen: Der Professor für Finanzwissenschaft findet, dass sich die Babyboomer zu wenig an der Last des demografischen Wandels beteiligen.Vergrößern des Bildes

Bernd Raffelhüschen: Der Professor für Finanzwissenschaft findet, dass sich die Babyboomer zu wenig an der Last des demografischen Wandels beteiligen. (Quelle: Reiner Zensen/imago-images-bilder)

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Für den Ökonomen Bernd Raffelhüschen kommt eine mögliche weitere Anhebung des Rentenalters 20 Jahre zu spät. Gerechter sei es, die Rente mit 70 noch für die Generation greifen zu lassen, die die Misere verursacht hat.

Keine vier Wochen dauert es noch, bis Deutschlands Bürger ganz offiziell erfahren, was sich die Mitglieder der Alterssicherungskommission für ihre Rente ausgedacht haben. Inoffiziell war allerdings schon so manches zu hören. Über eine Rente mit 70 etwa wurde geraunt, beschlossen sei das aber noch nicht. Und wenn überhaupt, würde dieses Renteneintrittsalter auch nur all jene betreffen, die nach 1990 geboren sind.

Einer, der die Rente mit 70 gerne deutlich früher eingeführt hätte, ist der Freiburger Ökonom und Rentenexperte Bernd Raffelhüschen. In der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“ sagte er am Dienstagabend, schon vor mehr als 20 Jahren hätten die richtigen Reformideen auf dem Tisch gelegen, man habe nur nicht den Mumm gehabt, sie konsequent umzusetzen.

  • Rente mit 70? Experten warnen vor einem Denkfehler

Raffelhüschen gehörte Anfang der 2000er-Jahre der sogenannten Rürup-Kommission an. Die von der rot-grünen Bundesregierung eingesetzte Expertenrunde sollte schon damals Vorschläge entwickeln, um die Sozialversicherungen angesichts der alternden Gesellschaft langfristig finanzierbar zu halten.

Was die Rürup-Kommission damals plante

Ein Teil der Empfehlungen wurde später auch umgesetzt. Dazu gehörten unter anderem die schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre, die erst im Jahr 2031 abgeschlossen sein wird, sowie der sogenannte Nachhaltigkeitsfaktor in der Rentenformel. Dieser sollte sicherstellen, dass die Belastungen des demografischen Wandels nicht ausschließlich von den Beitragszahlern getragen werden. Die aktuelle schwarz-rote Bundesregierung hat diesen Faktor derzeit ausgesetzt, damit das Rentenniveau nicht unter 48 Prozent sinkt. Sinkt das Rentenniveau, bekommen künftige Rentner im Verhältnis zu den Löhnen weniger gesetzliche Rente.

Nach Darstellung Raffelhüschens waren die Rentenreformen der Agenda 2010 jedoch nur ein Zwischenschritt. Die Kommission habe ursprünglich gewollt, die steigende Lebenserwartung dauerhaft an das Renteneintrittsalter zu koppeln. Die Grundidee: Wenn die Menschen länger leben, sollen sie einen Teil dieser zusätzlichen Lebenszeit länger arbeiten und einen Teil länger Rente beziehen. „Wir wollten, dass die Lebenserwartung zum bestimmenden Faktor des Rentenzugangsalters wird“, sagte Raffelhüschen.

„Wir wären heute schon bei 69“

„Hätten wir uns damals durchgesetzt, wären wir heute schon bei einer Rente mit 69 und würden bis 2030 bei 70 sein.“ Gleichzeitig läge das Rentenniveau nicht mehr bei 48, sondern nur noch bei 42 Prozent. Für Raffelhüschen wäre das auch eine Frage der Fairness zwischen den Generationen gewesen: „Die geburtenstarken Jahrgänge wären noch fünf Jahre einbezogen gewesen in die Lösung des Problems, das die geburtenstarken Jahrgänge selber verursacht haben“, sagte er.

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