„Bei leichten Fällen kann Tee mit etwas Speisesalz ausreichen, dem Verlust von Elektrolyten entgegenzuwirken“, sagt Restemeyer. „Bei stärkerem Durchfall können Betroffene eine Rehydrationslösung, die sogenannte WHO-Trinklösung, zubereiten. Hierfür acht gestrichene Teelöffel Zucker, einen gestrichenen Teelöffel Kochsalz und 3/4 Teelöffel Backpulver (Natriumbikarbonat) in einen Liter Trinkwasser einrühren. Zur Geschmacksverbesserung und zur Kaliumanreicherung kann mit geringen Mengen fruchtzuckerarmem Saft abgeschmeckt werden. Diese Mischung über den Tag verteilt trinken.“
Möhrensuppe nach Moro
Eine bewährte Gemüsesuppe gegen Durchfall ist die Morosche Möhrensuppe des Heidelberger Kinderarztes Ernst Moro. Dieser hatte das Rezept der „Moro-Suppe“ Anfang des 20. Jahrhunderts ursprünglich für Kinder kreiert. Mit der Suppe sanken bei Kindern die Sterbe- und Komplikationsraten infolge von Durchfallerkrankungen drastisch.
Die Karottensuppe wirkt dem Flüssigkeitsverlust entgegen und unterstützt die Ausscheidung von krankmachenden Keimen. Beim Kochen der Karotten bilden sich kleine Zuckermoleküle, sogenannte Oligosaccharide. Diese sehen den Darmrezeptoren ähnlich – was dazu führt, dass Durchfallerreger an diese andocken und so ausgeschieden werden können.
Suppe aus Karotten bei Reizdarm
„Die Gemüsesuppe punktet durch die enthaltenen Nährstoffe. Zugleich sind Karotten bei Reizdarm in der Regel gut verträglich und belasten den Magen-Darm-Trakt nicht“, erklärt Restemeyer. „Karotten gehören zu den sogenannten FODMAP-armen Gemüsesorten, ebenso wie Pastinaken und Kürbis. Sie sind wie auch Kartoffeln leicht verdaulich und wirken nicht blähend.“
Was ist die FODMAP-Diät?
Bei der FODMAP-Diät verzichten Reizdarm-Betroffene auf fermentierbare, also vergärbare Kohlenhydrate. Diese werden als FODMAPs bezeichnet. Der Begriff FODMAP leitet sich von der englischen Bezeichnung „fermentable oligo-, di-, monosaccharides and polyols“ ab. Bei einer FODMAP-Diät werden alle Lebensmittel, in denen diese Zucker enthalten sind, auf ein tolerierbares Minimum reduziert.
Darmschonende Möhrensuppe zubereiten
Für die Morosche Möhrensuppe werden 500 Gramm geschälte Karotten in einem Liter Wasser eine Stunde lang gekocht. Dann die Möhren im Mixer ohne das Kochwasser pürieren. Den Möhrenbrei in einen Liter Wasser geben, drei Gramm Salz hinzufügen und nochmals kurz aufkochen.
Bei Reizdarm kann die Suppe auf Wunsch für eine bessere Sättigung mit weiteren verträglichen Gemüsesorten ergänzt werden. Etwas Öl, zum Beispiel Leinöl oder Olivenöl, verbessert die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine, etwa Vitamin A.
Achtung: Auf Gemüsebrühe als fertiges Pulver besser verzichten. Sie enthält oft Zwiebeln, Knoblauch und Sellerie, manchmal sogar Gluten und Laktose, was bei Reizdarm ungünstig sein kann. Als Gewürze besser geeignet sind Fenchel, Kümmel und Petersilie.
Zur Person
Diplom-Oecotrophologin Silke Restemeyer arbeitet im Referat Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE).












