Hantavirus – Deutschland schickt Flieger
WHO macht Kreuzfahrt-Evakuierung zur Chefsache
09.05.2026 – 14:47 UhrLesedauer: 3 Min.
Die „Hondius“ wird auf Teneriffa erwartet, der WHO-Chef will die Evakuierung persönlich beaufsichtigen. Deutschland und andere Länder schicken Flugzeuge.
Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf dem niederländischen Kreuzfahrtschiff „Hondius“ macht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Evakuierung der noch rund 150 Menschen an Bord zur Chefsache. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus traf am Samstag in Spanien ein, wie er im Onlinedienst X mitteilte. Gemeinsam mit hochrangigen Regierungsvertretern werde er sich „an einer Mission nach Teneriffa beteiligen, um die sichere Ausschiffung der Passagiere, Besatzungsmitglieder und Gesundheitsexperten des Kreuzfahrtschiffs zu beaufsichtigen“, erklärte er.
Nach Angaben aus spanischen Regierungskreisen will Tedros mit Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska und Gesundheitsministerin Mónica García Gómez zu einer Kommandozentrale auf den Kanaren reisen, um die Koordination zwischen den beteiligten Regierungen und die „Anwendung der geplanten Überwachungs- und Maßnahmenprotokolle“ sicherzustellen.
Im Video | Kreuzfahrt-Kapitän verkündet Todesnachricht
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WHO-Chef Tedros wandte sich zudem direkt an die Bevölkerung von Teneriffa und erwähnte die Sorge vor einer neuen Pandemie, ähnlich wie bei Corona: „Ich weiß, dass Sie besorgt sind“, schrieb er in einem Brief. „Ich weiß, dass, wenn Sie das Wort ‚Ausbruch‘ hören und ein Schiff auf Ihre Küsten zusteuern sehen, Erinnerungen hochkommen, die keiner von uns je ganz hinter sich gelassen hat. Der Schmerz von 2020 ist noch real, und ich weise ihn keinen Augenblick zurück.“
Aber, betonte Tedros: „Das ist kein weiteres Covid.“ Das aktuelle Risiko für die öffentliche Gesundheit durch das Hantavirus bleibe niedrig. Derzeit gebe es keine symptomatischen Passagiere an Bord.
Tedros versprach: „Die Passagiere werden im Industriehafen von Granadilla an Land gebracht, weit entfernt von Wohngebieten, in versiegelten, bewachten Fahrzeugen über einen vollständig abgesperrten Korridor transportiert und anschließend direkt in ihre Heimatländer zurückgeführt. Sie werden ihnen nicht begegnen. Ihre Familien werden ihnen nicht begegnen.“











