Verdorbenes Fleisch
„Ekel erregend“: Lokal fällt erneut durch Hygienekontrolle
Aktualisiert am 16.04.2026 – 18:38 UhrLesedauer: 2 Min.
Verdorbene Hähnchenbrustfilets, eine ekelerregende Eiswürfelmaschine und Rauchen im Lebensmittellager: Ein Bremer Restaurant rauscht durch die Hygienekontrolle.
Der Lebensmittelüberwachungs-, Tierschutz- und Veterinärdienst des Landes Bremen (LMTVet) hat am 11. März das Restaurant Amour in Bremen-Nord zur Nachkontrolle besucht. Das Ergebnis, das jetzt veröffentlicht wurde, war unappetitlich.
In der Küche wurde eine angebrochene Verpackung mit Hähnchenbrustfilets gefunden, das Verbrauchsdatum war jedoch seit mehreren Tagen abgelaufen. Ein Filet fehlte, sodass davon ausgegangen werden muss, dass es serviert wurde. Die restlichen Filets wurden sofort freiwillig entsorgt, heißt es im Protokoll.
Erschwerend komme hinzu, dass bei der vorherigen Plankontrolle am 4. März im Kühlraum ein Rinderroastbeef gefunden wurde, das eine leicht schmierige Oberfläche sowie einen süß-säuerlichen Verderbnisgeruch hatte. Das Fleisch wurde ebenfalls entsorgt.
Bei der ersten Kontrolle beanstandete der LMTVet bereits die Eiswürfelmaschine. Sie wies gelblich-schleimige, teilweise bereits tropfenförmige Ablagerungen älteren Ursprungs sowie schimmelähnliche Ablerungen auf. Reinigung und Desinfektion haben offenbar nicht in angemessener Intensität und Häufigkeit stattgefunden, heißt es. Dies lasse darauf schließen, dass die verunreinigten Eiswürfel an die Gäste weitergegeben wurden. Im Ergebnisbericht ist von einer „ekelerregenden Eiswürfelmaschine“ die Rede.
Doch auch bei der Nachkontrolle war die Eiswürfelmaschine schmuddelig, mit großflächigen schwarzen schimmelähnlichen Ablagerungen im Innenbereich. Auch die Aufschnittmaschine wurde bei beiden Kontrollen mit großflächig älteren eingetrockneten Ablagerungen vorgefunden.
Ein weiterer Mangel war, dass im Lager für Lebensmittel zwei Aschenbecher mit Zigarettenasche und Zigarettenstummeln gefunden wurden – in direkter Nähe befanden sich Lebensmittel. „Im Hygienebereich gilt striktes Rauchverbot, denn Aerosole, Asche oder gar Zigarettenkippen könnten in die verarbeiteten Produkte gelangen. Das ist gesundheitsschädlich und Ekel erregend“, teilt der LMTVet mit.
Beanstandet wurde auch eine Irreführung der Gäste. In der Getränkekarte wurden auch zum Zeitpunkt der Nachkontrolle Aperol Spritz und Hugo mit Prosecco angeboten, wobei nur Sekt in den Getränken war.
„Eine weitere Nachkontrolle war notwendig, damit alle Beanstandungen behoben wurden“, teilen die Mitarbeiter abschließend mit. Am 19. März waren die Mängel beseitigt.
Der LMTVet prüft regelmäßig, ob Bremer Gastrobetriebe und Lebensmittelmärkte die Hygienevorschriften einhalten. Es gibt Plan-, Nach- und Verdachtskontrollen. Verstöße gegen lebensmittelrechtliche Vorschriften werden unter bestimmten Voraussetzungen veröffentlicht. Die Informationen stehen sechs Monate zur Verfügung, teilt der Überwachungsdienst mit.












