Nach mehreren Streiks
Einigung im Nahverkehrs-Tarifstreit in Bayern erzielt
Aktualisiert am 16.04.2026 – 12:43 UhrLesedauer: 2 Min.
Nach wochenlangen Verhandlungen und mehreren Warnstreiks haben sich Arbeitgeber und Verdi im Tarifstreit geeinigt. So viel mehr sollen die Beschäftigten künftig verdienen.
Nach intensiven Verhandlungen und mehreren Streikrunden haben der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) und die Gewerkschaft Verdi im Tarifstreit des kommunalen Nahverkehrs in Bayern eine Einigung erzielt. Das bestätigten beide Seiten am Donnerstag. Zuerst hatte der Bayerische Rundfunk (BR) berichtet.
Die Verdi-Gewerkschaftssekretärin Katharina Wagner sprach von einer Einigung „mit Licht und Schatten“, betonte aber, dass zentrale Streitpunkte geklärt werden konnten. Der erzielte Kompromiss werde nun den Gewerkschaftsmitgliedern zur Abstimmung vorgelegt. Bis zum 15. Mai haben beide Parteien Zeit, sich zu erklären. Verdi-Landesbezirksleiter Sinan Öztürk kündigte an, dass es im Rahmen der Erklärungsfrist zu keinen Warnstreiks kommen werde.
Der Kompromiss sieht laut KAV vor, dass die Entgelte insgesamt um 7 Prozent steigen. Rückwirkend ab Jahresbeginn sollen sich die Einkommen zunächst um 4,1 Prozent erhöhen, mindestens jedoch um 120 Euro. Zum 1. September soll eine weitere Steigerung um 1 Prozent, zum 1. Januar 2027 nochmals um 1,9 Prozent folgen.
Die Laufzeit des Tarifvertrags soll grundsätzlich vier Jahre betragen. Allerdings ist zum 31. Dezember 2027 ein Sonderkündigungsrecht für die Entgelttabelle vorgesehen, sodass bereits 2028 neue Verhandlungen möglich wären.
Bei der Arbeitszeit sieht der Kompromiss laut Arbeitgeberseite vor, dass sie ab 2029 von 38,5 auf 37,5 Stunden reduziert wird. Außerdem sollen Mindestruhezeiten von 10,5 Stunden eingeführt, der Sonntagszuschlag erhöht und der Zeitraum, in dem ein Nachzuschlag gezahlt wird, ausgeweitet werden.
„Die Reduzierung auf 37,5 Stunden ist ein wichtiges Signal“, sagt Wagner. Beim Lohnzuwachs habe man die eigenen Erwartungen jedoch nicht vollständig erreicht. „Wir hätten uns gerade für die Kolleginnen und Kollegen in den unteren Entgeltgruppen eine stärkere Erhöhung gewünscht. Am Verhandlungstisch war mit den 7 Prozent jedoch das Maximum erreicht.“
Der Konflikt, der rund 9.000 Beschäftigte in mehr als 20 Verkehrsunternehmen betrifft, war zuvor mit großer Härte geführt worden. Wiederholte Warnstreiks – teils ganztägig oder über mehrere Tage – hatten den öffentlichen Nahverkehr in vielen großen Städten Bayerns erheblich beeinträchtigt. Zuletzt hatten am Dienstag die Mitarbeiter des Fahrdienstes sowie der Leitstelle und des Fahrgastservices in München und anderen bayerischen Städten die Arbeit niedergelegt.
In den vergangenen Verhandlungsrunden näherten sich beide Seiten schrittweise an. Verdi forderte zuletzt für die Beschäftigten eine Entgelterhöhung von 550 Euro in zwei Stufen bei einer Laufzeit von 24 Monaten. In den vorherigen Runden hatte die Forderung noch bei rund 670 Euro bei einem Jahr Laufzeit gelegen.
Der letzte Tarifabschluss im bayerischen Nahverkehr stammt aus dem Jahr 2023. Der entsprechende „Tarifvertrag Nahverkehr“ (TV-N) war bereits 2024 ausgelaufen. Verdi hatte sich damals jedoch entschieden, die Verhandlungen nicht isoliert zu führen, sondern auf eine bundesweite Tarifrunde zu warten.












