
Olympia-Silber für Kira Weidle-Winkelmann
So feiert Starnberg seine berühmteste Athletin
12.02.2026 – 02:04 UhrLesedauer: 3 Min.
Kira Weidle-Winkelmann und Emma Aicher feiern Silber in Cortina. Ein Ritual abseits der Piste soll dabei geholfen haben.
Fünf Hundertstelsekunden fehlen Kira Weidle-Winkelmann und Emma Aicher am Dienstag zu olympischem Gold in der Team-Kombination. Doch als die 29-jährige Starnbergerin nach dem Slalomlauf ihrer Partnerin mit der Deutschlandfahne über den Schultern in den Zielraum von Cortina d’Ampezzo rennt, spielt das keine Rolle mehr.
„Wahnsinn, unglaublich!“, ruft sie. Eine „Achterbahn“ sei das gewesen. Aber: „Die Emma hat 100 Prozent abgeliefert.“ Für Weidle-Winkelmann ist es der größte Erfolg ihrer Karriere – vier Jahre, nachdem sie bei den Spielen in Peking als Abfahrts-Vierte eine Medaille denkbar knapp verpasst hatte.
Der Wettkampf verlangt beiden Athletinnen unterschiedliche Qualitäten ab: Weidle-Winkelmann fährt die Abfahrt, Aicher übernimmt den Slalom, beide Zeiten werden addiert. Die Team-Kombination feierte 2025 bei der WM ihre Premiere und gehört in diesem Jahr erstmals zum olympischen Programm. Nach dem ersten Durchgang liegt das deutsche Duo auf Rang sechs, fast eine halbe Sekunde hinter den Podestplätzen. Es sei eine „sehr herausfordernde Abfahrt“ gewesen, auch wegen der mitunter „diffusen“ Sicht, sagt Weidle-Winkelmann.
Doch sie weiß, wen sie im Rücken hat. Über Aicher sagt die Starnbergerin, dass sie „eine der besten Slalomfahrerinnen der Welt“ sei. Sie vertraue ihr zu 100 Prozent. Dieses Vertrauen zahlt sich aus. Die 22-Jährige fliegt mit einem bärenstarken Mittelteil durch den Stangenwald und katapultiert das deutsche Duo von Rang sechs auf den Silberplatz. Vor ihnen hält nur das österreichische Gespann Ariane Rädler und Katharina Huber stand. Bronze sichern sich die Amerikanerinnen Jacqueline Wiles und Paula Moltzan, während Superstar Mikaela Shiffrin mit ihrer Partnerin Breezy Johnson noch vom ersten auf den vierten Rang zurückfällt – Shiffrin ist im Slalom eine volle Sekunde langsamer als Aicher.
Dass das deutsche Duo aus Süddeutschland so gut harmoniert, liegt auch an einer engen Freundschaft abseits der Piste. Wie Weidle-Winkelmann der „Bild“ verriet, gehört ein festes Abendritual zur Wettkampfvorbereitung: eine Runde Darts im Skiraum. „Wie jeden Abend haben wir auch gestern zusammen gespielt. Das ist eine wichtige Rennvorbereitung für uns“, sagte sie. Am Vorabend des Silber-Coups habe Aicher „mal 120 geschossen“, sie selbst sei weniger treffsicher gewesen. „Aber das haben wir uns für heute aufgehoben.“
Weidle-Winkelmann und Cortina d’Ampezzo, das ist mittlerweile eine eigene kleine Erfolgsgeschichte. Bereits bei der WM 2021 hatte sie hier Abfahrts-Silber geholt. Nun kommt olympisches Edelmetall hinzu. Die gebürtige Stuttgarterin, die mit vier Jahren über Umwege nach Starnberg kam und beim dortigen Ski-Club das Rennfahren lernte, hat insgesamt acht Weltcup-Podestplätze vorzuweisen. Seit September 2024 tritt sie nach der Hochzeit mit ihrem Mann Constantin unter dem Doppelnamen Weidle-Winkelmann an.










