Schlafforschung
Wie harmlose Geräusche dem Gedächtnis schaden können
11.07.2026 – 08:21 UhrLesedauer: 2 Min.
Zufällige Tonfolgen im Schlaf können den Tiefschlaf beeinträchtigen – und damit auch das Speichern neuer Erinnerungen.
Ob gezielte akustische Reize im Schlaf dazu beitragen können, dass man sich neu Erlerntes besser merken kann, wird seit Jahren erforscht. Eine Studie der Universität Freiburg zeigt nun jedoch, dass zufällig eingespielte Geräusche den Tiefschlaf und dadurch auch die Gedächtnisbildung stören können. Nachzulesen sind die Ergebnisse in der Fachzeitschrift „iScience“.
Weniger Tiefschlaf, schlechtere Erinnerung
An der Studie nahmen 20 gesunde junge Männer teil. Vor einem dreistündigen Mittagsschlaf lernten sie zunächst einige Fakten sowie eine Fingerbewegungsfolge. Während des Schlafs zeichneten die Forscher die Hirnaktivität und die Schlafstadien mittels Elektroenzephalografie (EEG) auf.
An einem Versuchstag wurde den Probanden während des Schlafs eine zufällige Abfolge kurzer Klickgeräusche (etwa alle 10 Sekunden eine 600 Millisekunden lange Klickfolge) abgespielt, am anderen herrschte Stille.
Dabei zeigte sich, dass die Töne die Schlafdauer kaum verkürzten. Sie veränderten jedoch die Schlafstruktur: Die Teilnehmer verbrachten deutlich weniger Zeit im Tiefschlaf und mehr Zeit in leichteren Schlafphasen.
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Wichtige Gehirnwellen breiteten sich schlechter aus
Gleichzeitig beeinflussten die Klickgeräusche die Hirnwellen: Die für den Tiefschlaf typischen langsamen Hirnwellen (Slow Waves) traten seltener auf und erreichten weniger Hirnregionen. Sie gelten jedoch als entscheidend für die Gedächtnisbildung, weil sie den Informationsaustausch zwischen den verschiedenen Hirnregionen unterstützen. Laut den Forschern ist das auch der Grund, weshalb die neu erlernten Fakten den Probanden schlechter im Gedächtnis blieben.
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Bedeutung für die Schlafforschung
Weltweit wird intensiv daran geforscht, ob sich Gedächtnisprozesse mithilfe gezielter akustischer Reize im Schlaf verbessern lassen. Die neue Studie zeigt jedoch, dass akustische Signale auch unerwünschte Auswirkungen haben können.
Nach Ansicht der Forscher gilt es daher, mögliche Nebenwirkungen sorgfältig zu prüfen. Selbst Geräusche ohne Sprache oder Melodie können die Schlafphysiologie beeinflussen und damit Prozesse stören, die für die Gedächtnisbildung wichtig sind.
Die Studie hat allerdings einige Grenzen, denn die Teilnehmerzahl war gering und bestand ausschließlich aus jungen Männern. Inwiefern sich die Ergebnisse auf andere Bevölkerungsgruppen oder den nächtlichen Schlaf übertragen lassen, müssen weitere Studien zeigen.











