Bei Menschen ab 60 Jahren
Diese chronischen Erkrankungen werden oft spät erkannt
Aktualisiert am 31.07.2026 – 07:30 UhrLesedauer: 2 Min.

Nicht selten werden chronisch-entzündliche Darmerkrankungen erst im hohen Alter festgestellt. Welche Besonderheiten es bei dieser Patientengruppe gibt.
Krampfartige Bauschmerzen und anhaltender Durchfall: Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa betreffen Millionen Menschen in Deutschland und können in jedem Alter auftreten. Meist erkranken aber Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre. Doch weniger bekannt ist: Ungefähr 10 bis 15 Prozent der Patienten erhalten ihre Diagnose erst sehr spät – ab einem Alter von 60 Jahren.
Kranker Darm: Das macht die Diagnose bei Älteren problematisch
Welche Gründe dafür infrage kommen, erläutert die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Demnach dauert die Diagnosefindung bei Darmerkrankungen bei Älteren länger, weil viele Symptome der Darmkrankheiten unspezifisch sind. Zu den Hauptbeschwerden zählen etwa:
- akute Bauchschmerzen,
- Gewichtsverlust,
- schmerzhafter und/oder akut auftretender Stuhldrang und
- blutig-schleimige Durchfälle.
Solche Symptome können aber auch die Folge anderer Erkrankungen sein, die bei älteren Menschen häufiger vorkommen. Dazu zählen etwa Ausstülpungen der Darmwand (Divertikel), Reizdarmsyndrom, Infekte, Magen-Darm-Entzündungen, die durch Medikamente hervorgerufen werden, Durchblutungsstörungen oder auch Tumoren. Eine eindeutige CED-Diagnose zu stellen, dauert deshalb bei älteren Patienten deutlich länger als bei jüngeren. Experten zufolge verzögert sie sich um bis zu vier Jahre.
In Kürze: chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
Bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa besteht ein Überschuss entzündungsfördernder Stoffe in der Darmwand. Während die Entzündung bei Morbus Crohn im gesamten Verdauungstrakt vom Mund bis zum After auftreten kann, beschränkt sie sich bei Colitis ulcerosa auf den Dickdarm und den Enddarm.
Im Extremfall können CED, wenn sie unbehandelt bleiben, auch das Risiko eines vorzeitigen Todes erhöhen.
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CED: So unterscheiden sich ältere von jüngeren Patienten
„Erschwerend für eine zeitnahe Diagnose ist, dass die CED bei älteren Patienten oft etwas anders verläuft als bei jungen Menschen“, sagt Professor Dr. med. Andreas Stallmach, Direktor der Klinik für Innere Medizin IV am Universitätsklinikum Jena. So zeige sich bei der Colitis ulcerosa häufiger ein distaler Befall (Anm. d. Red.: von der Körpermitte weg), und die Erkrankung beginne meist schleichend.
„Beim Morbus Crohn ist auffällig, dass die Erkrankung im Alter anders als bei jungen Erwachsenen kaum Bauchschmerzen verursacht, was die Diagnosestellung ebenfalls erschweren kann“, so Stallmach. Zudem gebe es Beobachtungen, dass der Morbus Crohn sich bei älteren Patienten häufig auf das Kolon, also den Hauptteil des Dickdarms, beschränkt.













