Zahl der Verträge mehr als verdoppelt
Diese Versicherung findet reißenden Absatz
12.08.2026 – 07:09 UhrLesedauer: 3 Min.
Der Gang zum Tierarzt wird immer teurer – auch deshalb erleben Tierversicherungen eine riesige Nachfrage. Doch auch die Versicherungen selbst werden immer teurer.
Ob Hund oder Katze – in vielen Familien hierzulande ist ein Vierbeiner fester Bestandteil. Laut dem Zentralverband der Heimtierbranche (ZZF) lebt in fast jedem zweiten Haushalt in Deutschland (43 Prozent) ein tierischer Mitbewohner. Am häufigsten sind dabei Katzen (15,7 Millionen) und Hunde (10 Millionen) vertreten.
Von der Tierliebe vieler Deutscher profitiert im zunehmenden Maße auch die Versicherungswirtschaft: Der Versicherungsschutz für Tiere wird zu einer echten Erfolgsstory. So hat sich allein in den Jahren 2019 bis 2024 die Zahl der versicherten Tiere von 845.000 auf zwei Millionen mehr als verdoppelt. Noch stärker fällt das Wachstum bei den Beiträgen aus: Nahmen die Versicherer im Jahr 2019 noch 173 Millionen Euro an Beiträgen von den Versicherten ein, waren es fünf Jahre später bereits 720 Millionen Euro, wie aktuelle Zahlen des Branchenverbands GDV illustrieren.
Höhere Tierarztkosten treiben Nachfrage
Die Versicherer profitieren dabei vor allem von den gestiegenen Tierarztkosten, die seit der Anpassung der Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) deutlich gestiegen sind. Insgesamt spricht das Bundeslandwirtschaftsministerium von einer Erhöhung der Tierarztkosten zwischen 20 und 25 Prozent, einzelne Leistungen wurden hingegen deutlich stärker angepasst. Vor allem Katzenbesitzer zahlen durch die neue Verordnung mehr, da die Behandlungskosten für Katzen an diejenigen für Hunde angepasst wurden.
Was Tierbesitzer zahlen müssen
Für die allgemeine Untersuchung eines Hundes waren nach der alten Gebührenordnung 13 Euro fällig. Die neue Gebührenordnung sieht hierfür hingegen 23,62 Euro vor. Für die gleiche Untersuchung einer Katze wurden vor November 2022 insgesamt 8,98 Euro aufgerufen. Mittlerweile werden auch von Katzenbesitzern 23,62 Euro verlangt. Bei allen angegebenen Preisen handelt es sich um den einfachen Gebührensatz. Bei höherem Zeitaufwand oder schwierigen Umständen sind auch der zwei- oder dreifache, während des Notdiensts sogar der vierfache Gebührensatz möglich.
Hinzu kommt der medizinische Fortschritt. „Die Tiermedizin kann heute weit mehr leisten als noch vor wenigen Jahren“, sagt Anja Käfer-Rohrbach, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin beim GDV. „Das macht Behandlungen allerdings auch teurer.“ Auch deswegen greifen immer mehr Menschen zum Versicherungsschutz für ihr Haustier.
Aus diesen Versicherungen können Sie wählen
Dabei stehen ihnen grundsätzlich zwei Varianten mit unterschiedlichem Leistungsumfang zur Verfügung:
- Die Operationskostenversicherung: Sie deckt medizinisch notwendige chirurgische Eingriffe einschließlich Vor- und Nachbehandlung ab.
- Die Tierkrankenversicherung: Sie übernimmt neben den Leistungen der OP-Versicherung auch normale Behandlungen beim Tierarzt, Medikamente, Spezialdiagnostik (Röntgen, Ultraschall, Labor) und häufig auch Vorsorgemaßnahmen (Impfungen, Wurmkuren). Entsprechend ist sie deutlich teurer als die reine OP-Versicherung.
Laut den aktuellen GDV-Daten wählen dabei immer mehr Tierbesitzer den umfassenden Schutz. Hatten im Jahr 2020 nur rund 20 Prozent eine Tier-Krankenversicherung, waren es 2024 bereits knapp 40 Prozent. Zwar überwiegt bei der Mehrheit der Hunde- und Katzenhalter immer noch die reine OP-Versicherung, jedoch holt die Tiervollversicherung merklich auf. „Wir beobachten, dass Halterinnen und Halter immer öfter eine umfassende Absicherung wählen und nicht mehr nur einzelne Risiken abdecken“, sagt Käfer-Rohrbach.









