
Schmerzhaft und langwierig
Schulterentzündung: Wie es dazu kommt und was hilft
Ann-Kathrin Landzettel
Aktualisiert am 27.01.2026 – 07:36 UhrLesedauer: 3 Min.

Schmerzen in der Schulter und Bewegungseinschränkungen deuten auf eine Entzündung im Schultergelenk hin. Die Art des Schmerzes verrät viel über den Auslöser.
Häufig sind ein Mangel an Bewegung und unterentwickelte Muskeln die Hauptursache für Schulterschmerzen. Ist eine Entzündung in der Schulter erst einmal entstanden, kann der Heilungsprozess langwierig sein.
Die gute Nachricht ist: Eine Operation ist eher selten nötig. Woher eine Entzündung in der Schulter kommt und wie sie behandelt wird, lesen Sie im Folgenden.
Mediziner unterscheiden zwei Entzündungsarten in der Schulter: eine Entzündung unter dem Schulterdach (Impingement-Syndrom) sowie eine Entzündung der Schulterkapsel (Frozen Shoulder). Beim Impingement-Syndrom handelt es sich um eine entzündungsbedingte Verengung unter dem Schulterdach, genauer: im Gleitraum zwischen Schulterdach und Oberarmkopf (Subakromialraum).
Orthopäden sprechen daher auch von einem Schulterengpass-Syndrom. Die Entzündung kann auf eine funktionelle Reizung zurückzuführen sein oder ist strukturell bedingt.
Im Schultergelenk bewegt sich eine große Kugel in einer kleinen Pfanne. Das macht das Schultergelenk störungsanfällig. Ist die Muskultur (Rotatorenmanschette), welche das Gelenk stützt und hält, unterentwickelt oder überlastet, kann die muskuläre Balance des Gelenks gestört werden und eine Entzündung entstehen.
Bewegungsmangel, Fehlhaltungen am Schreibtisch, Sportarten mit intensiven Schlagbewegungen wie Volleyball und Tennis, aber auch häufiges Arbeiten über Kopf sind mögliche funktionelle Ursachen.
„Bei einer strukturell bedingten Schulterentzündung sind meist Verschleißerscheinungen oder Einrisse im Gewebe von Muskeln oder Sehne (Supraspinatussehne) ursächlich für die Entzündung im Schultergelenk“, sagt Professor Philip Kasten, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie in Tübingen.
Eine weitere Ursache einer Schulterentzündung ist die Gelenkkapselentzündung. Jedes Gelenk ist von einer Gelenkkapsel umgeben. Die Gelenkkapsel ist nach innen, zur Gelenkseite, mit der Gelenkhaut ausgekleidet. Ist die Gelenkkapsel selbst entzündet, sprechen Mediziner von Kapsulitis. Ist die Gelenkinnenhaut, Synovialis genannt, entzündet, sprechen Mediziner von einer Synovitis.
Verschiedene Erkrankungen oder Veränderungen des Gelenks, beispielsweise Verletzungen, Arthrose oder Rheuma, können die Gelenkinnenhaut reizen. Bei einer Kapsulitis führt die Entzündung zu einer Schwellung und Verdickung der Kapsel. Das Gelenk verliert dadurch seine Bewegungsfreiheit. Schmerzen, Gelenksteife und Bewegungseinschränkungen sind die Folge.
„Die Frozen Shoulder, auch Schultersteife genannt, ist dadurch gekennzeichnet, dass Betroffene besonders nachts von Schulterschmerzen geplagt sind und ihren Arm nicht nach außen drehen können“, erklärt Kasten. „Das Heben des Armes über den Kopf wird zunehmend schmerzhafter.“











