
Koffein im Alltag
Darum macht Kaffee Sie nicht wach
07.02.2026 – 09:54 UhrLesedauer: 2 Min.
Kaffee bleibt trotz hoher Preise beliebt. Doch wie wirkt Koffein auf den Körper – und wie viel davon ist eigentlich noch gesund? Ein Überblick.
Trotz gestiegener Preise bleibt Kaffee eines der beliebtesten Getränke in Deutschland. Im statistischen Mittel konsumiert jeder Bundesbürger rund 164 Liter pro Jahr – das sind 17 Liter mehr als noch vor 20 Jahren, wie Berechnungen des Deutschen Kaffeeverbandes zeigen. Dabei steckt Koffein nicht nur in Kaffee oder Energy-Drinks. Auch einige Lebensmittel sind damit ergänzt.
Koffein ist ein sogenanntes Alkaloid. Dabei handelt es sich um eine natürliche, stickstoffhaltige, organische Verbindung. Sie ist von Natur aus in Kaffeebohnen, Teeblättern und Kakaobohnen enthalten. Koffein kann aber auch künstlich, also industriell, hergestellt werden.
Neben Kaffee, Tee und Kakao kommt Koffein auch in Cola, Energy-Drinks, Süßigkeiten, Eis oder Backwaren. Auch Nahrungsergänzungsmittel mit hochkonzentriertem Koffein sind erhältlich. Dabei steht meist eins im Vordergrund: seine Wirkung.
Denn Koffein ist für seinen Wachmacher-Effekt bekannt und beliebt. Es regt das Herz-Kreislauf-System und das zentrale Nervensystem an. Das wiederum fördert die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit. Der Effekt beruht dabei darauf, dass Koffein im Gehirn die Andockstellen für den Botenstoff Adenosin blockiert. Normalerweise signalisiert Adenosin dem Körper Müdigkeit und Erschöpfung. Wird dieses Signal unterdrückt, fühlt man sich wacher.
Doch der Effekt wirkt nicht immer. Forschende des Forschungszentrums Jülich fanden heraus, dass Koffein vor allem dann anregend wirkt, wenn Menschen zuvor zu wenig geschlafen haben. Ohne Schlafdefizit bleibt der Effekt deutlich schwächer. Aber auch bei Personen ohne Schlafmangel zeigt Koffein seine Wirkung. Und zwar dann, wenn diese kaum oder nur selten Koffein konsumieren. Es gibt also auch eine Art Gewöhnungseffekt.
„Kaffee ist nur dann ein Wachmacher, wenn unsere Rezeptoren sensitiv auf ihn reagieren. Dazu dürfen wir ihn nicht täglich konsumieren“, fasst es Carolin Reichert, Psychologin am Zentrum für Chronobiologie der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel. Sie forscht selbst zu dem Thema.
Und auch bei Schlafmangel hat Koffein Grenzen: Eine Studie des Walter Reed Army Instituts in den USA zeigt, dass die Wirkung nach spätestens vier Tagen Schlafentzug nachlässt.











