
Weniger Service, mehr Kosten
Abzocke an der Hebebühne: Die schmutzige Rechnung mit dem E-Auto
01.02.2026 – 08:51 UhrLesedauer: 2 Min.
Werkstätten kassieren Aufschläge fürs Elektroauto, für die sie selbst keine Erklärungen finden. Sogar Branchen-Insider warnen vor der Gier der Händler und Schrauber. Und vor deren Folgen.
Elektroautos brauchen weder Öl noch Zündkerzen. Eigentlich müsste der Service deshalb billiger sein. Doch das Gegenteil ist der Fall. Denn was den Werkstätten an der einen Stelle entgeht, kassieren viele an anderer Stelle wieder ein.
Die Rechnung für E-Auto-Käufer klang verlockend: weniger Bauteile, geringerer Verschleiß, kleinere Rechnungen. Doch die Kassenbelege strafen diese Hoffnung Lügen. Die Preise steigen gerade deshalb, weil die Technik im Alltag so genügsam ist.
Zahlen des Magazins „Edison“ belegen den Skandal. Dominik Lutter vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) bestätigt: Einzelne Betriebe berechnen bis zu 400 Euro pro Arbeitsstunde. Eine einfache Wartung kostet so plötzlich bis zu 1.000 Euro – ein Preis, der sonst nur für Luxuslimousinen fällig wird.
Ein Betrieb in Niedersachsen etwa verlangt für die gleichen Arbeiten an einem Elektroauto bis zu 30 Prozent mehr. Sogar Lackierarbeiten kosten dort einen satten Aufschlag, obwohl der Lack bei einem Elektroauto nicht teurer ist als bei einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Eine Begründung für die Preisdifferenz bleibt der Betrieb jedoch schuldig.
Der Branchenverband ZDK rechtfertigt die Tarife mit teurem Spezialwerkzeug und Hochvolt-Schulungen für die Mitarbeiter. Das überzeugt jedoch kaum. Thomas Djuren, Chef von Kia Deutschland, nennt diese Argumente „vorgeschoben“. Schulungen gehörten längst zum Alltag, auch bei modernen Benzinern und Dieseln. Allein damit lassen sich solche Preissprünge nicht erklären.
Wer nicht vergleicht, zahlt drauf. Achten Sie auf diese Punkte:
Hinter der Preisoffensive steckt die Sorge um das künftige Geschäft. Da Elektroautos seltener kaputtgehen und wartungsarm sind, bricht den Werkstätten ihr traditionelles Erlösmodell weg. Um ihre Bilanzen zu retten, verteuern sie die verbleibende Arbeitszeit massiv.
Djuren warnt jedoch vor diesem kaufmännischen Irrweg: Wenn der teure Service den Sparvorteil beim Fahren zunichtemacht, sinkt die Begeisterung für das E-Auto. Die hohen Preise füllen zwar kurzfristig die Kasse, vertreiben aber langfristig die Kunden. Und bremsen die gesamte Verkehrswende aus.










