Neue Studie zu Bauchspeicheldrüsenkrebs
Drei Blutwerte geben wichtigen Hinweis
Aktualisiert am 17.09.2026 – 09:52 UhrLesedauer: 3 Min.

Ein gewöhnliches Blutbild könnte bei fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs Hinweise auf den weiteren Krankheitsverlauf geben. Auch für die Wahl der Therapie könnte es eine Rolle spielen.
Bauchspeicheldrüsenkrebs gehört zu den aggressivsten Krebserkrankungen. Jährlich erkranken in Deutschland etwa 20.000 Menschen an dieser Krebsart und nur etwa elf Prozent überleben die darauffolgenden fünf Jahre. Damit ist Bauchspeicheldrüsenkrebs die vierthäufigste Krebstodesursache.
Ein Grund: Tumoren der Bauchspeicheldrüse verursachen in frühen Stadien häufig keine oder nur unspezifische Beschwerden. Ärzte erkennen die Erkrankung deshalb oft erst spät. Umso wichtiger sind Informationen, die ihnen helfen können, den weiteren Krankheitsverlauf und die besten Behandlungsmöglichkeiten einzuschätzen. Eine neue spanische Studie liefert dazu nun einen möglichen Ansatz: Der Systemic Inflammation Response Index (SIRI) aus drei routinemäßigen Blutwerten könnte Ärzten ebendiese Hinweise geben.
Das steckt hinter den drei Blutwerten
Forscher berechnen den SIRI anhand der Anzahl von drei Arten weißer Blutkörperchen: Neutrophilen, Monozyten und Lymphozyten. Sie alle gehören zum Immunsystem.
Der SIRI soll zeigen, wie stark Entzündungsreaktionen den Körper beeinflussen. Solche systemischen, also den gesamten Körper betreffenden Entzündungen, spielen bei Bauchspeicheldrüsenkrebs eine wichtige Rolle. Vereinfacht gesagt: Ein niedriger SIRI spricht für einen geringeren, ein hoher SIRI für einen stärker ausgeprägten Entzündungszustand im Körper.
Wie stark dieser Wert mit dem Krankheitsverlauf zusammenhängt, untersuchten die Forscher anhand von 672 Patienten aus 30 spanischen Kliniken. Alle litten an einem sogenannten metastasierten duktalen Adenokarzinom der Bauchspeicheldrüse. Dabei handelt es sich um die häufigste Form des Bauchspeicheldrüsenkrebses. Metastasiert bedeutet, dass er sich bei diesen Patienten bereits in andere Bereiche des Körpers ausgebreitet hatte. Alle Teilnehmer hatten zudem bereits eine erste Chemotherapie begonnen.
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Patienten mit niedrigem SIRI lebten länger
Dabei zeigte sich ein deutlicher Unterschied: Patienten mit einem niedrigen SIRI-Wert lebten im Mittel 14,0 Monate nach dem Zeitpunkt der Diagnose. Bei einem hohen SIRI waren es 9,2 Monate. Auch darin, wie lange es dauerte, bis die Erkrankung fortschritt, zeigte sich ein Unterschied. In der Gruppe mit niedrigem SIRI vergingen im Median 5,9 Monate, bevor der Krebs weiter voranschritt. Bei einem hohen Wert waren es 3,9 Monate. Zudem sprach die Chemotherapie bei Patienten mit niedrigem SIRI häufiger an.
Die Forscher fanden den Zusammenhang auch dann, wenn sie weitere Faktoren wie den Allgemeinzustand, die Tumorlast, die jeweilige Chemotherapie und einen krankhaften Gewichtsverlust berücksichtigten.
Ein einzelner Grenzwert reicht offenbar nicht
Allerdings zeigte die Studie auch: Der Zusammenhang lässt sich nicht einfach in „gute“ und „schlechte“ Werte unterteilen. Mit steigendem SIRI nahm das Risiko nicht gleichmäßig zu. Bei besonders hohen Werten verstärkte sich der Zusammenhang mit einer ungünstigen Prognose.
Einen eindeutigen Wert, unterhalb von dem die Patienten einen prognostisch „sicheren“ Bereich erreichen, fanden die Wissenschaftler nicht. Der SIRI bildet nach Einschätzung der Studienautoren vielmehr einen kontinuierlichen Verlauf ab.
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