Neues Depotmodell für Einsteiger
Kann Comdirect Trade Republic gefährlich werden?
22.06.2026 – 15:55 UhrLesedauer: 3 Min.

1 Euro pro Order, kostenlose Sparpläne, App-Fokus: Was nach einem typischen Neobroker klingt, kommt diesmal von einer Bank. Kann das funktionieren?
Klassische Banken mussten sich in den vergangenen Jahren einiges anhören: zu teuer, zu kompliziert, nicht digital genug. Vor allem jüngere Anlegerinnen und Anleger wechselten deshalb zu Neobrokern wie Trade Republic, Scalable Capital oder Smartbroker+, die mit günstigen Orders und kostenlosen Sparplänen das traditionelle Gebührenmodell infrage stellten.
Doch nun kommt die Offensive von der anderen Seite. Die Commerzbank-Tochter Comdirect will mit einem neuen Einsteigerdepot genau jene Kundengruppe zurückgewinnen, die sie lange an die Fintech-Konkurrenz verloren hat. Das neue „Pure Depot“ setzt auf niedrige Kosten, eine einfache Bedienung und eine App als zentrale Schaltstelle.
Ist das nur eine Kopie der erfolgreichen Neobroker – oder zeigt sich hier, dass klassische Banken dazugelernt haben und der Wettbewerb um die neue Anlegergeneration neu beginnt?
Das bietet das neue „Pure Depot“
Das „Pure Depot“ ist laut Comdirect speziell auf die Bedürfnisse junger Anlegerinnen und Anleger sowie von Wertpapier-Einsteigerinnen und -Einsteigern zugeschnitten. Ziel sei es, das Investieren für diese Zielgruppen so einfach und günstig wie möglich zu machen, erklärt Sabine Schoon-Renné von Comdirect.
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Mit seinem App-basierten Konzept richtet sich das Depot vor allem an Menschen, die erstmals investieren möchten und einen unkomplizierten sowie preisgünstigen Einstieg in den Wertpapierhandel suchen. Eröffnen können es Depotneukunden ab 18 Jahren. Wer allerdings in den vergangenen sechs Monaten bereits ein klassisches Comdirect-Depot hatte, kann das Angebot nicht nutzen.
Das Depot bietet eine große Auswahl an Wertpapieren: mehr als 8.000 Aktien, rund 3.000 ETFs und über 16.000 Anleihen. Die Depotführung ist kostenlos, Orders kosten ab 1 Euro – jeweils zuzüglich marktüblicher Spreads und Zuwendungen.
Spread: Versteckte Kosten beim Wertpapierhandel
Ein Spread ist die Differenz zwischen dem Kaufpreis (Briefkurs) und dem Verkaufspreis (Geldkurs) eines Wertpapiers. Vereinfacht gesagt, handelt es sich um die Gebühr, die im Preis versteckt ist. Denn: Anleger kaufen beispielsweise eine Aktie etwas teurer ein, als sie diese im selben Moment wieder verkaufen können.
Zudem sollen Kundinnen und Kunden von den klassischen Stärken der Direktbank profitieren. Dazu zählen laut Schoon-Renné die gute Erreichbarkeit des Kundenservices sowie die Sicherheit und Stabilität der Systeme.
Wo die Grenzen des Einsteigerdepots liegen
Weniger geeignet ist das Depot für Anlegerinnen und Anleger, die mehr Funktionen und Flexibilität wünschen. So steht ausschließlich der Handelsplatz Gettex zur Verfügung.
Mehrere Handelsplätze bieten oft Vorteile: Sie ermöglichen mehr Auswahl und können je nach Wertpapier bessere Preise, geringere Spreads oder eine höhere Liquidität bieten. Wer Wert auf solche Optionen legt, stößt beim „Pure Depot“ schnell an Grenzen.











