Sandkerwa in Bamberg
In Klein-Venedig trifft jetzt Fachwerk-Idyll auf Kerwa-Freude
21.08.2026 – 15:52 UhrLesedauer: 3 Min.
Bamberg feiert noch bis Montag seine traditionsreiche Sandkerwa. Für Besucher aus Nürnberg ist das Volksfest ein naheliegender Tagesausflug.
Enge Altstadtgassen statt großer Festwiese, Fachwerkhäuser statt Festzeltsilhouette: Die Sandkerwa in Bamberg gehört zu den besonderen Volksfesten Frankens. Noch bis Montag, 24. August, wird im historischen Sandgebiet rund um die Regnitz gefeiert. Der Veranstalter rechnet von Donnerstag bis Montag mit rund 200.000 Besuchern.
Für Nürnberger liegt der Ausflug praktisch vor der Haustür: Mit der Bahn dauert die Fahrt nach Bamberg je nach Verbindung rund 35 bis 45 Minuten.
Fischerstechen auf der Regnitz
Die Sandkerwa verteilt sich über Straßen und Plätze der Bamberger Altstadt – unter anderem rund um die Obere und Untere Sandstraße, den Markusplatz, den Leinritt und Klein-Venedig. Dazu kommen Fahrgeschäfte, Gastronomie und Livemusik.
Am Freitag beginnt um 17.30 Uhr ein Standkonzert am Markusplatz, wenig später zieht der Festzug los. Um 18 Uhr wird der Kirchweihbaum vor Klein-Venedig aufgestellt.

Am Samstag stehen unter anderem ab 14 Uhr das Schüler- und Jugendfischerstechen samt Entenrennen auf der Regnitz auf dem Programm.
Einer der bekanntesten Termine folgt am Sonntag: Um 14.30 Uhr beginnt der Aufmarsch zum 72. Fischerstechen. Ab 15 Uhr versuchen die Teilnehmer auf der Regnitz, ihre Gegner von schmalen Booten ins Wasser zu stoßen – vor der Kulisse von Klein-Venedig.
Sandkerwa am Montag: Hahnenschlag und Feuerwerk
Auch am Montag gibt es noch zwei besondere Programmpunkte. Um 18 Uhr findet vor der St.-Elisabeth-Kirche der traditionelle Hahnenschlag statt.
Trotz des Namens kommt dabei kein Tier zum Einsatz: Den Teilnehmern werden die Augen verbunden, anschließend müssen sie versuchen, einen Tontopf mit einem Dreschflegel zu treffen und zu zerschlagen. Zuschauer helfen mit Zurufen bei der Orientierung. Der Brauch gehört bereits seit der ersten Sandkerwa 1951 zum Fest.

Um 22 Uhr endet die Sandkerwa mit einem musikalisch begleiteten Feuerwerk auf der Regnitz.
Für Besucher über 14 Jahre gilt in großen Teilen des Festgebiets ab 18 Uhr eine Festabzeichenpflicht. Das Abzeichen für alle fünf Kerwa-Tage kostet sechs Euro, ein Tagesabzeichen drei Euro.
Vom Kirchenfest zum Großereignis
Die Geschichte der Sandkerwa beginnt 1951. Damals veranstaltete der Bürgerverein des 4. Distrikts erstmals die „Sand-Elisabethen-Kerwa“. Anlass war die Kirchweih der kleinen St.-Elisabeth-Kirche im Sandgebiet. „Kerwa“ ist die fränkische Bezeichnung für Kirchweih.











