Über 17 Millionen Fälle
Warum die Deutschen ins Krankenhaus müssen
29.10.2026 – 09:29 UhrLesedauer: 4 Min.
Neue Statistiken zeigen, dass die Zahl der Klinikaufenthalte weiter zunimmt. Gleichzeitig sinkt weiterhin die Anzahl der Krankenhäuser.
Ob im Einzel- oder Mehrbettzimmer: Rund 17,7 Millionen Patienten und Patientinnen wurden vergangenes Jahr in Deutschland vollstationär in einem Krankenhaus behandelt – darunter fallen alle Patienten, die über Nacht in der Klinik bleiben mussten. Das waren 1,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor (17,5 Millionen), teilt das Statistische Bundesamt mit.
Im Vergleich zu den Vor-Corona-Jahren fällt die Zahl der Patienten jedoch noch immer vergleichsweise gering aus. Zum Vergleich: In den Jahren 2014 bis 2019 lag die Zahl der vollstationär behandelten Patienten jeweils über 19 Millionen, im Jahr 2015 wurde ein Höhepunkt mit 19,5 Millionen erreicht. Die Coronapandemie führte 2020 schließlich zu einem starken Einbruch der Patientenzahlen – auch weil viele Menschen aus Angst vor dem Virus den Gang ins Krankenhaus scheuten.
Weshalb die Menschen ins Krankenhaus gehen
Seitdem steigt die Zahl der vollstationär behandelten Patienten wieder leicht an. Die meisten stationären Krankenhausbehandlungen fanden 2025 in der Fachabteilung Innere Medizin statt. Auf die Behandlung der inneren Organe entfielen knapp fünf Millionen Fälle – das entspricht 28,1 Prozent aller Behandlungen.
Die tatsächliche Zahl an Operationen an Nieren, Magen oder Lunge liegt jedoch deutlich höher. Manche Krankenhäuser verfügen nämlich über spezielle Abteilungen, etwa für Kardiologie (Herz), Nephrologie (Nieren) oder Magen (Gastroenterologie). In diesen Fällen werden die entsprechenden Patienten diesen Fachabteilungen zugeordnet und nicht der Inneren Medizin. So weist die Statistik etwa knapp weitere 520.000 Patienten aus, die in der Gastroenterologie behandelt wurden. In kardiologischen Abteilungen wurden weitere 1,16 Millionen Patienten aufgenommen, in der Pneumologie (Lungenheilkunde) weitere 250.000.
Nach der Inneren Medizin folgt die Allgemeine Chirurgie mit insgesamt 2,7 Millionen Behandlungen (15,3 Prozent). Knapp 1,1 Millionen Fälle zählten die deutschlandweit 1.807 Krankenhäuser im Fachbereich Frauenheilkunde und Geburtshilfe – das entspricht 7,6 Prozent aller 2025 behandelten Fälle. Hinzu kommen weitere 175.000 Fälle von Kliniken, die über eine reine Geburtshilfe-Abteilung verfügen.
Auch in der Neurologie (1,1 Millionen) sowie der Unfallchirurgie (900.000) zählten die Krankenhäuser im vergangenen Jahr vergleichsweise viele Fälle.
| Fachabteilung | Fallzahl | Durchschnittliche Verweildauer |
|---|---|---|
| Innere Medizin | 4.980.899 | 5 Tage |
| Allgemeine Chirurgie | 2.720.863 | 4,8 Tage |
| Frauenheilkunde und Geburtshilfe | 1.342.078 | 3,2 Tage |
| Kardiologie | 1.160.719 | 4,6 Tage |
| Neurologie | 1.093.327 | 7 Tage |
| Unfallchirurgie | 893.845 | 5,3 Tage |
| Urologie | 859.682 | 3,8 Tage |
| Orthopädie | 804.851 | 5,5 Tage |
| Allgemeine Psychiatrie | 794.571 | 24,3 Tage |
| Gastroenterologie | 518.049 | 5,1 Tage |
| Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde | 491.337 | 3 Tage |
| Intensivmedizin | 483.183 | 3,9 Tage |
| Geriatrie | 407.337 | 14,8 Tage |
| Augenheilkunde | 331.448 | 2,6 Tage |
| Neurochirurgie | 273.382 | 6,3 Tage |
Bis zu 47 Tage Aufenthalt
Starke Unterschiede gibt es auch bei der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer im Krankenhaus. So blieben Patienten in der Kinderchirurgie im Schnitt nur für 2,6 Tage im Krankenhaus. Auch Patienten in der Fachabteilung Augenheilkunde blieben für einen vergleichsweise kurze Zeitraum (ebenfalls 2,6 Tage) stationär im Krankenhaus untergebracht.
Die höchste Verweildauer wiesen hingegen die psychiatrischen Fachabteilungen und die Geriatrie aus. In den psychiatrischen Fachabteilungen blieben die Patienten durchschnittlich zwischen 24,3 und 47 Tagen in der Klinik, in der Geriatrie lag die durchschnittliche Verweildauer bei 14,8 Tagen. Patienten der Inneren Medizin blieben hingegen mit durchschnittlich fünf Tagen relativ kurz im Krankenhaus. In der Allgemeinen Chirurgie lag die durchschnittliche Aufenthaltsdauer bei 4,8 Tagen.
