Hormonelle Verhütung kann Akne verschlimmern

Hormonelle Verhütungsmittel wie die „Pille“ können Akne auslösen oder verstärken, aber auch lindern. Bei Verhütungsmitteln kommt es stark auf die Zusammensetzung an. Kombinierte Verhütungspillen, die Östrogen und Gestagen enthalten, helfen vielen Frauen, das Hautbild zu stabilisieren und Hautunreinheiten zu lindern. Bei reinen Gestagenpillen hingegen beschreiben Frauen häufig eine Verschlechterung des Hautbildes. Frauen, die ein hormonelles Arzneimittel einnehmen und Probleme mit der Haut bekommen, sollten mit ihrer Gynäkologin oder ihrem Gynäkologen sprechen.

Männliche Hormone regen Talgproduktion an

Auch Testosteronpräparate können Akne auslösen oder verstärken. Testosteron wird beispielsweise bei manchen Männern mit einem altersbedingten Testosteronmangel eingesetzt oder bei einer Funktionsstörung der Hoden ärztlich verordnet. Im Sport sowie beim Bodybuilding werden Testosteronpräparate häufig als Doping genutzt, um die sportliche Leistung zu verbessern oder das Muskelwachstum zu beschleunigen. Die Mittel beeinflussen die Talgbildung und fördern Entzündungsreaktionen der Haut. Ob die Haut mit Unreinheiten reagiert, hängt unter anderem von der Dosierung ab. Gerade im Bodybuilding werden oft missbräuchlich hohe Dosen eingenommen.

Vitamin B12 kann das Hautbild verschlechtern

Auch einige Vitaminpräparate können unter Umständen Pickel verursachen, beispielsweise Vitamin B12. Wenn eine Behandlung unter ärztlicher Begleitung erfolgt, um einen nachgewiesenen Vitaminmangel auszugleichen, etwa im Rahmen einer veganen Ernährungsweise, werden die Präparate in der Regel gut vertragen. Das Risiko für Pickel kann bei einer Überdosierung zunehmen. Besonders wer verschiedene Kombipräparate einnimmt, kann möglicherweise zu viel aufnehmen.

Der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) zufolge ist für Erwachsene eine tägliche Vitamin-B12-Zufuhr von 4 Mikrogramm angemessen. Personen, die sich ausschließlich pflanzlich ernähren oder deren Ernährung nur einen sehr kleinen Anteil tierischer Lebensmittel enthält, sollten ihre Versorgung mit Vitamin B12 regelmäßig ärztlich überprüfen lassen.

Übrigens: Auch Jod und Vitamin B6 gehören zu den Nährstoffen, die, zu hoch dosiert eingenommen, unter Umständen mit einer Verschlechterung des Hautbildes in Zusammenhang stehen können. Manche Menschen berichten zudem, dass sich ihre Haut bei hoher Aufnahme von Molkenprotein (Whey-Protein) verschlechtert.

Bestimmte Krebsmedikamente können Haut schwächen

Bestimmte Krebstherapien können akneähnliche Hautausschläge verursachen. Mediziner sprechen von einem akneiformen Exanthem. Die Hautveränderung ähnelt optisch der Pubertätsakne beziehungsweise einer Acne vulgaris, doch der Entstehungsmechanismus ist ein anderer. Auslöser sind nicht durch Talg verstopfte Poren, sondern eine Entzündungsreaktion infolge der Krebsmedikamente.

Bei zielgerichteten Krebstherapien beispielsweise, bei denen Wirkstoffe wie Cetuximab oder Panitumumab zur Anwendung kommen, wird die Barrierefunktion der Haut geschwächt, was das Hautbild erheblich verschlechtern kann. Der Ausschlag zeigt sich in der Regel ein bis zwei Wochen nach Beginn der Therapie. Im Gegensatz zur normalen Akne fehlt die Bildung von Mitessern.

Ausschlag durch Arzneimittelallergie

Möglich ist auch, dass die Einnahme eines Medikaments eine Arzneimittelallergie auslöst. Dann reagiert das Immunsystem auf einen in dem Medikament enthaltenen Stoff mit Abwehr. Symptome wie Juckreiz, Rötung, Hautausschlag, Quaddelbildung (Nesselsucht) oder Schwellungen der Schleimhäute deuten auf eine allergische Reaktion hin. Bei bestimmten Antibiotika, Schmerzmitteln und Kontrastmitteln zum Röntgen ist das Risiko einer Allergie erhöht. Auch auf Impfungen können Menschen allergisch reagieren.

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