Laut Studie

Schon wenige Hitzetage könnten Demenzrisiko steigern


28.10.2026 – 14:28 UhrLesedauer: 3 Min.

Mit steigendem Alter nimmt die Anfälligkeit für hitzebedingte Gesundheitsprobleme zu – ab 65 Jahren gelten Menschen als besonders gefährdet. (Symbolbild) (Quelle: Renata Hamuda/getty-images-bilder)

Laut einer neuen Studie aus den USA hängt extreme Hitze womöglich mit Demenz zusammen. Auch die Wohngegend scheint eine Rolle zu spielen.

Als Folge des Klimawandels nimmt die Zahl der Hitzetage im Sommer zu und damit auch die gesundheitliche Belastung. Die hohen Temperaturen können nicht nur Herz und Kreislauf beeinträchtigen, sondern auch das Gehirn. Eine neue Forschungsarbeit legt nun nahe, dass auch das Demenzrisiko durch extreme Hitze steigen könnte. Nachzulesen sind die Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Alzheimer’s & Dementia“.

Mehr als 28.000 Menschen untersucht

Für die Studie werteten die Wissenschaftler Daten von 28.512 US-Amerikanern aus und untersuchten, wie häufig die Teilnehmer in ihrem Wohnviertel extremer Hitze ausgesetzt waren. Dazu verknüpften sie die Daten einer Langzeitstudie mit Wetterdaten, einem Index zur sozialen Benachteiligung und Schätzungen zur Verbreitung zentraler Klimaanlagen im jeweiligen Wohngebiet.

Zu Beginn waren die Teilnehmer zwischen 50 und 89 Jahre alt, lebten nicht in Pflegeeinrichtungen und zeigten keine Anzeichen für Demenz. Im durchschnittlichen Beobachtungszeitraum von 10,5 Jahren entwickelten 3.773 Probanden eine Demenzerkrankung.

Bei den Wetterdaten berücksichtigten die Forscher nicht nur die Lufttemperatur, sondern auch die Luftfeuchtigkeit. Aus beiden Werten wurde der sogenannte Hitzeindex berechnet; er gibt Auskunft darüber, wie belastend sich die Wetterbedingungen anfühlen. Von Interesse waren insbesondere zwei Hitzekategorien des US-amerikanischen Wetterdienstes National Weather Service, nämlich die Gefahrenstufen

  • „extreme Vorsicht“ (auf Englisch: extreme caution) bei 32,2 bis 39,3 Grad Celsius sowie
  • „Gefahr+“ (auf Englisch: danger+) bei 39,4 Grad Celsius oder höher.

Bei extremer Hitze stieg das Risiko

Das Ergebnis: Temperaturen von mindestens 39,4 Grad Celsius waren mit einem höheren Demenzrisiko verbunden. Wer in einem Zeitraum von fünf Jahren durchschnittlich an mindestens 7,2 Tagen pro Jahr solchen Bedingungen ausgesetzt war, hatte ein um 23 Prozent höheres Risiko als Personen mit der geringsten Belastung (0,2 Tage pro Jahr).

Auch bei einer mittleren Belastung von 0,4 bis 1,8 Tagen pro Jahr lag das Risiko statistisch gesehen um 14 Prozent höher. Bei einer Belastung von zwei bis sieben Tagen pro Jahr zeigte sich hingegen kein statistisch eindeutiger Anstieg.

Für weniger extreme Hitze zwischen 32,2 und 39,3 Grad Celsius fand die Studie keinen vergleichbaren Zusammenhang.

Benachteiligte Wohnviertel stärker betroffen

Besonders deutlich trat der Zusammenhang in sozial benachteiligten Wohngebieten zutage. Bei Menschen mit der höchsten Hitzebelastung war das geschätzte Demenzrisiko in besonders benachteiligten Vierteln um 40 Prozent höher als bei Menschen, die im Durchschnitt höchstens 0,2 Tage pro Jahr extremer Hitze ausgesetzt waren. In weniger benachteiligten Gebieten betrug der entsprechende Anstieg 11 Prozent.

Auch ob Klimaanlagen im Wohnviertel verfügbar waren, machte einen Unterschied: In Gebieten, in denen solche Geräte seltener vorkamen, war der Zusammenhang stärker. Ob einzelne Teilnehmer tatsächlich eine Klimaanlage besaßen oder nutzten, wurde allerdings nicht erfasst.

Wie könnte Hitze das Gehirn schädigen?

Die genauen Mechanismen sind noch unklar. Die Forscher vermuten, dass extreme Hitze die Durchblutung des Gehirns beeinträchtigen und Entzündungsprozesse sowie oxidativen Stress fördern könnte. Auch Flüssigkeitsmangel und hitzebedingte Schlafprobleme spielen womöglich eine Rolle.

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