Schmerzen beim Armheben
Was steckt hinter der Frozen Shoulder?
Aktualisiert am 10.07.2026 – 07:10 UhrLesedauer: 3 Min.
Typisch für eine Frozen Shoulder sind Bewegungseinschränkungen und Schmerzen in der Schulter. Dahinter steckt oft eine Entzündung im Schultergelenk.
„Frozen Shoulder“ bedeutet so viel wie „eingefrorene Schulter“. Altersbedingter Abbau und eine schwache Muskulatur sind häufige Ursachen des zugrunde liegenden schmerzhaften Entzündungsprozesses. Die gute Nachricht ist: Meist reichen konservative Maßnahmen aus, um die Schulter wieder beweglich zu machen.
Steifigkeit: Warum die Schulter so anfällig ist
Das Schultergelenk ist störanfällig. Nicht nur, dass sich im Schultergelenk ein großer Gelenkkopf in einer recht kleinen Pfanne bewegt. Ist die Rotatorenmanschette, also die Muskulatur, welche das Gelenk stützt und hält, unterentwickelt, gerät das muskuläre Zusammenspiel leicht aus dem Gleichgewicht.
Dann können unter anderem Fehlbewegungen und Überlastungen eine Entzündung begünstigen. Bei der Frozen Shoulder ist die Gelenkkapsel, die das Gelenk umgibt, entzündet. Bemerkbar macht sich dies typischerweise durch starke, einschießende Schmerzen beim Versuch, den Arm nach oben und hinten zu bewegen. Auch das Heben des Armes über den Kopf ist dann schmerzhaft. Nachts können Betroffene nur mit starken Schmerzen auf der Schulter liegen.
Woher kommt die Frozen Shoulder?
Die Frozen Shoulder ist häufig auf degenerative Prozesse zurückzuführen, etwa eine Schulterarthrose oder rheumatische Erkrankung. Doch auch Verletzungen, Operationen und Stoffwechselstörungen können Entzündungsprozesse fördern.
Ist die Ursache der Schultersteife bekannt, sprechen Mediziner von einer sekundären Frozen Shoulder. Bei der primären Frozen Shoulder ist der Auslöser der Entzündung unklar. Infolge der Entzündung tritt eine Schwellung im Gelenk auf, welche die Bewegungen erschwert. Zudem besteht das Risiko, dass sich Narbengewebe ausbildet, welches Schmerzen und Bewegungseinschränkungen weiter verstärkt.
Die Frozen Shoulder tritt gehäuft im Alter zwischen 40 und 70 Jahren auf, und zwar überwiegend auf der nicht dominanten Seite. In 6 bis 17 Prozent der Fälle bildet sich innerhalb von fünf Jahren auch eine Schultersteife in der anderen Schulter aus. Dass beide Schultern gleichzeitig betroffen sind, kommt nur selten vor.
Stoffwechselstörungen wie ein Diabetes mellitus oder Erkrankungen der Schilddrüse scheinen die Schultersteife ebenso zu begünstigen wie hohe Cholesterinwerte und ein metabolisches Syndrom.
Bei Schultersteife ist eine OP meist nicht nötig
Mit fortschreitendem Verlauf nehmen die Schmerzen weiter zu und die Schulter büßt weiter an Beweglichkeit ein. Dieses zunehmende „Einfrieren“ der Schulter ist namensgebend für den Begriff „Frozen Shoulder“. Spätestens dann suchen Betroffene ärztliche Hilfe – und haben nicht selten die Sorge, dass sie um eine Operation nicht herumkommen.
Liegt keine Verletzung wie ein Sehnenriss vor und sind keine strukturellen Veränderungen wie Verkalkungen und Knochenanbauten festzustellen, kann die Frozen Shoulder konservativ behandelt werden.
Dann ist eine Physiotherapie sinnvoll, um die Schultermuskulatur aufzubauen und zu stärken und auch die Beweglichkeit zu fördern. Schmerz- und entzündungshemmende Medikamente ergänzen die Therapie. Vielen Betroffenen tun Massagen sowie Wärme- oder Kälteanwendungen gut. In jedem Fall ist Geduld gefragt, da es viele Monate dauern kann, bis sich die Versteifung wieder löst. Die vollständige Heilung kann sogar mehrere Jahre in Anspruch nehmen.
