Ernährungsumstellung für den Darm
Wann Vollkornprodukte eher schaden als nützen
Aktualisiert am 27.10.2026 – 06:13 UhrLesedauer: 4 Min.
Mehr Vollkornprodukte zu essen, gilt als bewährtes Mittel gegen Verstopfung. Bei der Ernährungsumstellung sind jedoch wichtige Grundregeln zu beachten.
Für eine ausgewogene Ernährung und eine gesunde Verdauung empfehlen Fachleute reichlich Ballaststoffe, wie sie beispielsweise in Vollkornprodukten enthalten sind. Sie sollen den Stuhl voluminöser machen und die Darmbewegung anregen. Wer den Vollkornanteil plötzlich deutlich erhöht, riskiert aber eine Verstopfung, die wiederum vergrößerte Hämorrhoiden begünstigt. Worauf es beim Verzehr von Vollkorn ankommt.
Vergrößerte Hämorrhoiden betreffen jeden zweiten Erwachsenen
Jeder Mensch hat Hämorrhoiden. Die Gefäßpolster dichten zusammen mit den Schließmuskeln den Darm ab, sodass nicht ungewollt Gas oder Stuhl abgeht. Beschwerden verursachen Hämorrhoiden, wenn sie sich vergrößern. Ärztinnen und Ärzte sprechen dann von einem Hämorrhoidalleiden. Das Hauptsymptom sind schmerzlose Blutungen während oder kurz nach dem Stuhlgang.
Weitere Beschwerden sind Juckreiz, Nässen, Brennen am After sowie das Gefühl einer unvollständigen Entleerung nach dem Stuhlgang. Im fortgeschrittenen Stadium können sich die vergrößerten Gefäßpolster aus dem After herausdrücken. Laut dem Bundesministerium für Gesundheit hat schätzungsweise mehr als die Hälfte aller Erwachsenen im Laufe des Lebens Beschwerden durch vergrößerte Hämorrhoiden.
Verstopfung ist schlecht für Hämorrhoiden
Verstopfung gilt als ein möglicher Risikofaktor für Hämorrhoiden. Auch harter Stuhl und starkes Pressen beim Stuhlgang strapazieren die Gefäßpolster. Häufiger Durchfall, Übergewicht, Schwangerschaften und Geburten können ebenfalls auf das Gewebe der Hämorrhoiden einwirken und Veränderungen begünstigen. Zur Vorbeugung, aber auch bei bereits vergrößerten Hämorrhoiden, ist es daher wichtig, Verstopfungen möglichst zu vermeiden. Ist der Stuhl weich und geschmeidig, gelingt die Darmentleerung leichter und die Gefäßpolster werden weniger strapaziert.
Ballaststoffe helfen gegen Verstopfung
Ballaststoffe sind unverdauliche pflanzliche Faserstoffe. Sie werden in lösliche und unlösliche Ballaststoffe unterteilt. Lösliche Ballaststoffe, zu denen unter anderem die in Äpfeln und Beeren enthaltenen Pektine gehören, lösen sich in Wasser. Im Darm bilden sie eine Art Gel, welches den Stuhl weicher und gleitfähiger macht. Unlösliche Ballaststoffe hingegen lösen sich in Wasser nicht auf, binden aber trotzdem Wasser und quellen auf. Sie vergrößern das Stuhlvolumen und regen dadurch die Darmbewegung (Peristaltik) an. Sie sind beispielsweise in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Gemüse reichlich enthalten.
Ernährungsumstellung: Ist ausreichend Vollkorn auf dem Teller?
Bei Verstopfung lautet die Empfehlung, mehr Ballaststoffe zu essen: reichlich Gemüse wie Karotten, Brokkoli, Gemüsepaprika und Pilze, aber auch Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Nüsse, Saaten und Obst. Solch eine Ernährungsumstellung kann den Stuhlgang fördern. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, pro Tag mindestens 30 Gramm Ballaststoffe zu verzehren – für die Verdauung, aber auch für die Gesundheit im Allgemeinen. Doch nicht jeder kommt auf diese Menge.
Viel hilft nicht immer viel – besonders, wenn der Darm größere Mengen Ballaststoffe nicht gewohnt ist. Wer es übertreibt, riskiert nicht nur starke Blähungen und Druck im Bauch, sondern auch Verstopfung. Wer seine Ballaststoffmenge über Vollkornprodukte und andere Quellen erhöhen möchte, sollte daher einige Grundregeln beachten, um Beschwerden vorzubeugen.
Die Ballaststoffmenge langsam steigern
Zu schnell sollte man die Ballaststoffzufuhr nicht steigern. Der Darm braucht Zeit, um sich an die größere Menge an Ballaststoffen zu gewöhnen. Das kann einige Wochen dauern.
Entsprechend sollte die Menge in kleinen Schritten erhöht werden. Reagiert der Darm mit Druck, Blähungen oder Verstopfung, sollte die Menge wieder reduziert werden. Hilfreich ist es, sich langsam heranzutasten und zum Beispiel zunächst nur ein gewohntes Lebensmittel gegen eine Vollkornvariante auszutauschen, etwa Weizennudeln gegen Vollkornnudeln oder Weißbrot gegen Vollkornbrot. Wird die Vollkornvariante gut vertragen, lassen sich Stück für Stück weitere ballaststoffreiche Lebensmittel ergänzen.











