„Maybrit Illner“ zur Ukraine
Wadephul ermahnt Trump und Musk
16.10.2026 – 01:54 UhrLesedauer: 3 Min.
Johann Wadephul schickt bei „Illner“ eine Kundenbeschwerde an Elon Musk. Betreff: Starlink Ukraine. Donald Trump wird vom Freund zum Zweckbündnis degradiert.
Die Bundesregierung will ganz direkt dafür sorgen, dass die Ukraine den Satellitendienst Starlink ungehindert nutzen kann. „Ein Teil der Starlink-Technik finanziert Deutschland. Und deswegen bestehen wir natürlich darauf, dass das auch funktioniert, wenn wir dafür bezahlen“, sagte Außenminister Johann Wadephul (CDU) bei „Maybrit Illner“. „Das wird überprüft werden und es muss der Ukraine die gesamte Unterstützung weiter gegeben werden.“
Beim Hinweis auf die Finanzierung von Starlink durch Deutschland bezog sich Wadephul vermutlich auf die teilweise Kostenübernahme für die Ukraine. Laut der Bundesregierung sind von 2022 bis 2025 aus dem Bundeshaushalt Zahlungen in Höhe von insgesamt rund 19,65 Millionen Euro an Starlink geflossen.
Die Gäste
- Johann Wadephul (CDU), Außenminister
- Ralf Stegner (SPD), Bundestagsabgeordneter
- Claudia Wittig (BSW), Fraktionsvize Sachsen-Anhalt
- Peter Neumann, Sicherheitsexperte
- Mareike Müller, Autorin
Die Ukraine hatte dem Betreiber SpaceX und dessen Chef Elon Musk vorgeworfen, die Geschwindigkeit bei Starlink gedrosselt zu haben. Der hatte den Schwarzen Peter an die US-Regierung weitergegeben. „Wir haben noch kein vollständiges Bild. Es hat nicht alles funktioniert“, sagte Wadephul am Donnerstagabend. „Wir haben Fragen auch an unsere amerikanischen Verbündeten. Das ist vollkommen klar. Die werden wir aufklären.“
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Steckte Trump dahinter?
Der Außenminister sagte, er interpretiere manches auch vor dem Hintergrund der für US-Präsident Donald Trump nicht ganz einfachen Midterm-Wahlen. Aus demselben Grund solle der Dieseldeal Trumps mit Putin jetzt nicht überschätzt werden, forderte Wadephul. „Es wird ihm nichts nützen“, kommentierte SPD-Außenpolitiker Ralf Stegner Trumps mutmaßlichen Versuch, durch die Lockerung der Russlandsanktionen kurzfristig vor den Wahlen den Preis an den Zapfsäulen zu drücken.
Auf Illners Frage, ob im Hintergrund ernstgemeinte Friedensverhandlungen mit Russland laufen, antwortete Wadephul: „Die gibt es zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht, weil Putin dazu nicht bereit ist.“ Es seien mehrfach Treffen vorbereitet worden, so etwa zum Jahresanfang in Genf. Dann sei der Irankrieg dazwischengekommen.
Wadephul degradiert Trump
„Dieser Faden wird wieder aufgenommen“, versicherte Wadephul. „Wir sind bereit zu Gesprächen“, betonte der Außenminister. Das habe auch sein Treffen mit Sergej Lawrow gezeigt. Wadephul hatte seinen russischen Amtskollegen überraschend Ende September in New York getroffen.
Der Außenminister fand bei „Maybrit Illner“ deutliche Worte zur Natur der transatlantischen Beziehungen unter Trump. „Das Verhältnis zu den USA ist mehr ein Zweckbündnis geworden“, sagte der CDU-Politiker. „Wir hoffen, dass wir zu einem freundschaftlichen Miteinander wieder zurückkehren können.“ Bis dahin solle das zweckorientierte Bündnis darauf gerichtet sein, Freiheit und Frieden in der Nato und in Europa zu verteidigen.











