2027 kommt das Altersvorsorgedepot. Höchste Zeit, denn die Amerikaner zeigen den Deutschen schon lange, wie viel Geld sie auf der Straße liegen lassen.

Die Zahlen zum geparkten Geld auf Girokonten sind Jahr für Jahr für Menschen mit Verständnis für den Kapitalmarkt eine monetäre Folter. Die jüngsten Schätzungen reichen bis zu einem Volumen von zwei Billionen Euro. Wohlgemerkt: Das Geld liegt auf Girokonten und nicht auf Tagesgeldkonten.

Die größte Bank der Welt, JP Morgan, startete im Frühjahr mit Chase für den deutschen Markt ihr Angebot mit vier Prozent auf Tagesgeld – allerdings für einen begrenzten Zeitraum. Genauso hält es die Konkurrenz der Consorsbank mit 3,4 Prozent pro Jahr. Anbieter wie Smartbroker bieten zwei Prozent auf täglich verfügbare Einlagen auf unbegrenzte Zeit. Bedauerlich also, dass das gute alte Sparbuch oder Festgeldkonten bei Volksbanken oder Sparkassen für viele Deutsche nach wie vor erste Wahl ist.

Deutsche haben keine Begeisterung für die Börse

Hierzulande wird in Small-Talk-Runden eher gefragt, wo es die höchsten Zinsen gibt und nicht welche Aktien die besten Chancen bieten. Eine entschuldete Immobilie und Lebensversicherungen sind das primäre Ziel, die Amerikaner setzen hingegen stärker auf Aktien. Da überrascht es nicht, dass Anleger in Deutschland eine inflationsbereinigte Rendite von rund drei Prozent erzielen, während Amerikaner mit ihren Kapitalrenditen auf etwa sieben Prozent kommen.

Auch wenn zuletzt die Zahl der Aktienanleger in Deutschland seit fünf Jahren in Folge stabil über zwölf Millionen lag, kann von einer breiten Begeisterung für die Börse noch lange keine Rede sein. Viele scheuen den Sprung aufs Parkett, weil sie das Risiko von Verlusten fürchten. Aber Fehler sind eine Lektion des Marktes, aus denen man lernen kann.

Daniel Saurenz von Feingold Research begleitet Sie als Experte durch das Börsengeschehen. (Quelle: Goldlicht Fotografie)

Zur Person

Daniel Saurenz ist Gründer von Feingold Research und bietet mit seinem Team seinen seit 2010 etablierten Börsenbrief an. Sein Fokus liegt auf Vermögensaufbau und aktivem Trading an der Börse. Den Börsenbrief finden Sie auf www.feingoldresearch.de und auf www.instagram.com/saurenz_finance.
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Man kann nämlich mit Disziplin und einer klaren Strategie als Neuling an der Börse sehr gut bestehen. Nicht selten sogar weit besser als jene Anleger, die hyperaktiv Aktien rauf und runter handeln. Allerdings sollte man ein paar Regeln des Money Managements kennen, wenn es um Aktien als Einzelinvestment geht. Zusammenfassen lassen sich diese unter zwei Weisheiten: Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen.

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Oft werden gute Wertpapiere zu früh verkauft und schlechte viel zu lange gehalten. Das Problem: Kleinere Verluste lassen sich leicht wieder aufholen, während größere Verluste sehr schwer zu verkraften sind. Wer nur zehn Prozent verliert, braucht einen Gewinn von gut elf Prozent, um den Rückschlag auszugleichen. Bei Verlusten von 50 Prozent ist hingegen eine Verdoppelung notwendig, was extrem anspruchsvoll ist. Je kleiner die Verluste sind, desto besser stehen die Chancen, sie wieder aufzuholen.

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