Rentenreform kommt
Minijobs vor dem Aus: Diese Jobs würde es treffen
22.08.2026 – 08:47 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Bundesregierung erwägt die Abschaffung von Minijobs, das hat die Rentenkommission empfohlen. Wen würde das am meisten treffen?
Ende Juni hatte die Rentenkommission der Bundesregierung ihren mit Spannung erwarteten Bericht vorgelegt. Neben der Abschaffung der Rente mit 63 und der Anpassung des Rentenalters an die Lebenserwartung hatte dieser auch einige Überraschungen parat. So empfehlen die Experten darin die faktische Abschaffung von geringfügiger Beschäftigung.
Diese sogenannten Minijobs können nämlich weitgehend sozialversicherungsfrei sein. Das heißt, die Jobber zahlen keine oder nur sehr reduzierte Beiträge in die Renten-, Kranken,- und Pflegeversicherung ein. Auf freiwilliger Basis dürfen die Minijobber sich aber auch dafür entscheiden, die Beiträge zu bezahlen. Der Quartalsbericht der Minijobzentrale zeigt jedoch, dass 79 Prozent der im Gewerbe tätigen und 88 Prozent der im Haushalt tätigen Minijobber nicht rentenversicherungspflichtig sind.
Minijob-Abschaffung: Kfz-Branche wäre besonders betroffen
Das ist aus Sicht der Rentenkommission ein Problem, da das dazu beiträgt, dass viele Menschen im Alter eine kleine Rente beziehen. Noch dazu sind Minijobber vor allem in Privathaushalten mehrheitlich Frauen. Rentnerinnen beziehen aber ohnehin schon durchschnittlich weniger Rente als Männer.
Das soll nach dem Willen der Rentenkommission ein Ende finden, weshalb sie empfiehlt, dass Minijobs künftig sozialversicherungspflichtig werden. Das würde deren faktische Abschaffung bedeuten, da der Vorteil dieser Jobs in ihrer weitestgehenden Steuer- und Beitragsfreiheit liegt.
Seit der Bekanntgabe dieser Maßnahme beklagen sich vor allem auch die Arbeitgeber, da sie sich um ihre Arbeitskräfte sorgen. Laut der Minijobzentrale wären folgende Branchen von der Abschaffung ganz besonders betroffen:
- Kfz-Werkstätte / Autohäuser: 1,05 Millionen Minijobber
- Gastgewerbe 950.000 Minijobber
- Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen: 815.000 Minijobber
- Gesundheits- und Sozialwesen: 780.000 Minijobber
- Verarbeitendes Gewerbe: 415.000 Minijobber
Danach folgen übrige Wirtschaftszweige wie Logistik, Baugewerbe und die Immobilienwirtschaft, die alle mehr als 250.000 Minijobber anstellen. Insgesamt arbeiten rund sieben Millionen Menschen in einer geringfügigen Beschäftigung.
Klingbeil will Minijobs teurer machen
Die Idee der Rentenkommission kommt in der Bevölkerung nicht gut an. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa für die „Bild“ zeigte Anfang August, dass 61 Prozent dagegen sind. 30 Prozent sind dafür, neun Prozent äußerten sich nicht. Insgesamt sind 77 Prozent der Befragten unzufrieden mit der Rentenpolitik der Bundesregierung und lediglich 16 Prozent zufrieden.
Ohnehin steht nicht fest, ob und wie die Minijobs abgeschafft werden. CSU-Chef Markus Söder hatte im Juli angekündigt, sich für den Erhalt der geringfügigen Beschäftigung einzusetzen. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat derweil eine Änderung schon festgezurrt: Die Pauschalsteuer auf Minijobs wird im nächsten Jahr von zwei auf fünf Prozent erhöht. Damit werden die Minijobs teurer. Die finale Entscheidung über die Abschaffung der Minijobs will die Bundesregierung indes im Herbst fällen.
