1.000 Mitarbeiter betroffen
Bauunternehmen meldet Insolvenz an
22.08.2026 – 11:01 UhrLesedauer: 2 Min.
Preis- und Margendruck, zu geringe Auslastung, interne Probleme: Die König-Gruppe aus Moringen ist insolvent. Rund 1.000 Beschäftigte sind betroffen.
Die König-Gruppe aus Moringen hat Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht Göttingen hat Insolvenzverfahren über alle Gesellschaften der Unternehmensgruppe eingeleitet. Das Unternehmen, das seit 1965 Baudienstleistungen und Metallprofile für den Innenausbau anbietet, will den Betrieb in Eigenverwaltung fortführen. Zuerst hatte die „Wirtschaftswoche“ berichtet.
Bei der Eigenverwaltung bleibt das Management im Amt, wird aber von externen Sanierungsberatern begleitet. Im Fall der König-Gruppe übernehmen Fredrik Ljungman und Christian Stoffler diese Rolle als Sanierungsgeschäftsführer. Stoffler beschreibt die Lage des Unternehmens so: Es habe „in den vergangenen Jahren mit einer zu niedrigen Kapazitätsauslastung, zunehmendem Preis- und Margendruck, aber auch internen strukturellen Herausforderungen zu kämpfen“ gehabt. Als vorläufiger Sachwalter überwacht Markus Kohlstedt von der Kanzlei Eckert Rechtsanwälte das Verfahren – er wurde vom Amtsgericht Göttingen eingesetzt.
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Die Unternehmensgruppe ist in zwei Bereichen tätig: König Fachpersonal stellt an mehr als 15 Standorten in Deutschland Fachkräfte für Handwerk, Industrie, Logistik und Verwaltung bereit – hinzu kommen drei Standorte in Österreich. König Profilsysteme produziert am Stammsitz in Moringen Metallprofile und Zubehör für den Innenausbau. Für diesen Bereich hatte das Unternehmen 2021 noch ein neues Werk für rund 10,5 Millionen Euro errichtet.
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2025 erzielte die Gruppe nach eigenen Angaben einen Umsatz von rund 100 Millionen Euro. Kontrolliert wird sie von der Unternehmerfamilie Döscher über eine Familienstiftung – Firmengründer Gerd-Hinrich Döscher ist vor Kurzem im Alter von 84 Jahren gestorben.
Von den Insolvenzverfahren sind rund 1.000 Beschäftigte betroffen, davon knapp 900 Fachkräfte im Bereich Personaldienstleistungen. Alle Mitarbeiter erhalten zunächst Insolvenzgeld von der Bundesagentur für Arbeit. Sanierungsgeschäftsführer Ljungman kündigte an, „bis zum Ende dieses Jahres zu einer zukunftsfähigen Lösung zu gelangen, durch die möglichst viele Arbeitsplätze gesichert werden“. Dazu soll zeitnah ein Investorenprozess eingeleitet werden – sowohl eine Gesamtlösung für die Gruppe als auch Teillösungen für einzelne Unternehmensbereiche kämen dabei in Betracht.
