Warnsignale ernst nehmen
Verschleppte Blasenentzündung: Diese Folgen drohen
Aktualisiert am 05.08.2026 – 07:12 UhrLesedauer: 4 Min.
Eine unkomplizierte Blasenentzündung heilt meist nach wenigen Tagen ohne Probleme aus. Ein anhaltender Infekt hingegen kann gefährlich werden.
In der Regel heilt eine Blasenentzündung nach fünf bis sieben Tagen folgenlos ab. Verstärken sich die Symptome im Verlauf der Infektion, sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen. Eine verschleppte Blasenentzündung birgt unter anderem das Risiko für eine Nierenbeckenentzündung.
Blasenentzündung trifft vor allem Frauen
Starker Harndrang, Brennen beim Wasserlassen, Schmerzen und Ziehen im Unterleib sowie manchmal Blut im Urin: Besonders Frauen sind von Blasenentzündungen (Zystitis) geplagt. Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit zufolge erkranken 10 von 100 Frauen mindestens einmal pro Jahr an einer Blasenentzündung. Die Hälfte von ihnen erkrankt innerhalb eines Jahres erneut. Manche Frauen haben mit ständigen Harnwegsinfekten zu kämpfen.
Ursachen für häufige Blasenentzündungen bei Frauen
Da bei Frauen die Harnröhre kürzer ist als bei Männern und zudem nah am After liegt, haben sie ein größeres Risiko, an einer Blasenentzündung zu erkranken. Keime können leichter zur Harnröhre gelangen und in die Blase aufsteigen. Vor allem beim Geschlechtsverkehr können Bakterien in die Harnröhre verschleppt werden. Auch, wenn sich Frauen auf der Toilette von hinten nach vorn abputzen, ist das Risiko deutlich erhöht.
Während der Schwangerschaft nimmt das Risiko für Blasenentzündungen ebenfalls zu. Das gilt auch ab den Wechseljahren. Ist die Abwehrfunktion der Blase geschwächt, etwa durch Kälte, hormonelle Verhütungsmittel oder Erkrankungen wie Diabetes mellitus, steigt das Infektionsrisiko ebenso.
Warum oft mehr Blasenentzündungen im Sommer?
Im Sommer treten bei vielen Frauen vermehrt Blasenentzündungen auf. Verschiedene Faktoren spielen hierbei zusammen: „Kälte und Nässe sind zwei bedeutende Risikofaktoren. Beides schwächt die Abwehrfunktion von Scheide und Blase. Kälte verschlechtert die Durchblutung der Schleimhäute. Nässe verstärkt das Auskühlen, begünstigt das Keimwachstum und lässt außerdem die Haut aufquellen. Das Infektionsrisiko steigt“, erklärt Dr. Uta Schlossberger, Dermatologin aus Köln und Mitglied im Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD). Nasse Badekleidung sollte nach dem Schwimmen ausgezogen und gegen einen trockenen Ersatzbadeanzug ausgetauscht werden. Besonders Frauen, die anfällig für Blasenentzündungen sind, sollten rasch reagieren, um einer Unterkühlung entgegenzuwirken.
Blasenentzündung erkennen: Symptome einer Zystitis
Typische Symptome einer Blasenentzündung sind:
- starker und ständiger Harndrang trotz leerer Blase
- Brennen und Stechen beim Wasserlassen
- Schmerzen im Unterleib
- trüber Urin
- manchmal Blut im Urin
- häufig ein strenger Geruch des Urins
Behandlung mit und ohne Antibiotika
So belastend die Symptome sein können: Laut dem Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte (BVF) heilt der Infekt meist folgenlos aus. Viele Frauen ziehen zunächst eine Behandlung ohne Antibiotikum vor. Laut den Experten des BVF unterstützt eine Erhöhung der Trinkmenge – gegebenenfalls mit speziellen Blasentees aus der Apotheke – das Ausspülen der krank machenden Keime.
Wärme und die kurzzeitige Einnahme von Schmerzmitteln, etwa mit dem Wirkstoff Ibuprofen, lindern Schmerzen, Brennen und Ziehen im Unterleib. Wer sich für ein Antibiotikum entscheidet, kann oft von einer Kurzzeittherapie über ein bis drei Tage profitieren. Da die häufigsten Erreger von Harnwegsinfektionen empfindlich gegenüber Antibiotika sind, reicht laut dem BVF oft eine kurze Behandlung aus.
Wenn aus einer unkomplizierten Blasenentzündung eine komplizierte wird
Besonders aufmerksam sollten Menschen den Verlauf einer Blasenentzündung beobachten, bei denen das Risiko für komplizierte Verläufe erhöht ist. Zu der Risikogruppe gehören beispielsweise:











