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Home » Vattenfall baut Solarpark mit grünem Stahl
Wirtschaft

Vattenfall baut Solarpark mit grünem Stahl

By zeit-heute.deMai 27, 20263 Mins Read
Vattenfall baut Solarpark mit grünem Stahl
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Solar jetzt noch klimafreundlicher?

Vattenfall baut Solarpark aus vollständig grünem Stahl


27.05.2026 – 14:39 UhrLesedauer: 2 Min.

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Solarfeld bei Radelstetten auf der Schwäbischen Alb (Symbolbild): Der Energiekonzern Vattenfall nutzt beim Bau eines Solarparks erstmals recycelten Stahl. (Quelle: IMAGO/Frank Hoermann/SVEN SIMON/imago)

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Der Energiekonzern Vattenfall baut einen neuen Solarpark, der etwa 30.000 Haushalte mit Strom versorgen könnte. Dabei geht er neue Wege.

Der schwedische Energiekonzern Vattenfall setzt beim Bau des Freiflächen-Solarparks Juliusburg/Krukow in Schleswig-Holstein für die Unterkonstruktionen der Photovoltaik-Module erstmals emissionsarmen Stahl ein. Lieferant ist der schwedische Stahlhersteller SSAB, dessen Produkt „SSAB Zero“ nach Unternehmensangaben aus nahezu 100 Prozent Stahlschrott gefertigt wird. Dadurch werden 67 Prozent weniger CO2 ausgestoßen als bei der Herstellung von konventionellem Stahl.

Auf der Teilfläche in Krukow werden laut Pressemitteilung von Vattenfall mehr als 9.000 Stahlprofile mit einem Gesamtgewicht von rund 209 Tonnen verbaut. Der Konzern begründet die Entscheidung damit, dass nicht nur der Betrieb, sondern auch der Bau von Solaranlagen mit Treibhausgasemissionen verbunden sei – ein Aspekt, der in der öffentlichen Debatte bislang wenig Beachtung finde.

Grüner Stahl macht erneuerbare Energien klimafreundlicher

Claus Wattendrup, Leiter des Geschäftsbereichs Solar & Batteries bei Vattenfall, sagt: „Für uns endet die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen nicht bei der Stromerzeugung – sie beginnt bereits am Anfang der Lieferkette.“ Das Projekt in Schleswig-Holstein ist nicht das einzige, in dem Vattenfall nach eigenen Angaben auf emissionsarmen Stahl zurückgreift. Auch beim Onshore-Windpark Clashindarroch II in Großbritannien sowie bei den Offshore-Projekten Nordlicht I und Nordlicht II vor der deutschen Nordseeküste sollen Stahltürme aus entsprechend produziertem Material zum Einsatz kommen.

Die Stahlindustrie steht angesichts des europaweiten Klimaziels für das Jahr 2050 vor großen Herausforderungen. Die Herstellung von Stahl ist sehr energieintensiv, zum Einsatz kommt heute vorrangig Kohle, die in großen Hochöfen auf über 1.000 Grad Celsius erhitzt wird. Um klimaneutral zu werden, muss dieser Prozess auf gasbasierte Öfen umgestellt werden. Künftig soll dafür Wasserstoff zum Einsatz kommen.

Das Hochfahren der Wasserstoffproduktion erfolgt allerdings schleppend. Eine vor wenigen Wochen gegründete europäische Initiative warnte derweil vor Entwicklungen in China, wo der Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur mit hoher Priorität verfolgt wird.

Klimafreundliche Leitmärkte stocken noch

Vor diesem Hintergrund errichtet Vattenfall den neuen Solarpark, der dazu beitragen soll, sogenannte grüne Leitmärkte zu entwickeln. Damit sind Märkte für klimafreundliche Produkte und Industriegüter gemeint, für die es aktuell nur eine geringe Nachfrage gibt. Das European Climate Neutrality Observatory (ECNO) kommt in seinem jüngst veröffentlichten „Clean Industrial Transition Monitor“ zu dem Befund, dass die Nachfrage nach emissionsarmen Grundstoffen in Europa nach wie vor unterentwickelt sei.

„Leitmärkte für umweltfreundliche Materialien und Technologien entwickeln sich noch nicht in ausreichendem Umfang, wodurch umweltbewusste Hersteller hohen Kostenaufschlägen und anhaltender Investitionsunsicherheit ausgesetzt sind.“

Die Europäische Union versucht, dem entgegenzuwirken, unter anderem durch gezielte Maßnahmen zur Förderung eines Leitmarkts für grünen Stahl. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass Preissignale auf der Angebotsseite – insbesondere der CO2-Preis auf fossile Brennstoffe – ausreichend stark bleiben, um Investitionen in emissionsärmere Produktionsverfahren wirtschaftlich attraktiv zu machen.

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