Hitze-Notfallplan läuft
Ungewöhnlicher Einsatz auf Nürnbergs Gleisen
30.07.2026 – 09:58 UhrLesedauer: 2 Min.
Hitze setzt Nürnbergs Tramgleisen erneut zu, die VAG fährt den Notfallplan früh hoch. Ausgerechnet Winterdienst-Fahrzeuge kühlen jetzt die Schienen mit Wasser.
Ausgerechnet Fahrzeuge aus dem Winterdienst sollen Nürnbergs Straßenbahnnetz durch den heißesten Tag der aktuellen Hitzewelle bringen. Nach dem tagelangen Stillstand Ende Juni setzt die VAG diesmal früher an.
Am Donnerstag sind in Nürnberg Fahrzeuge unterwegs, die besonders aufgeheizte Straßenbahngleise mit Wasser besprühen und deren Oberflächentemperatur senken sollen. Die Nürnberger Verkehrs-Aktiengesellschaft (VAG) will damit verhindern, dass sich erneut Fugenmasse löst und der Straßenbahnbetrieb zum Erliegen kommt.
Zum Einsatz kämen dabei auch Wagen, die im Winter Salzsole verteilen, teilte die VAG mit. Im Mittelpunkt stünden vor allem Streckenabschnitte, auf denen die Schienen in Asphalt eingebettet sind. Dort könnten sich die Gleise und die umliegende Fugenmasse besonders stark aufheizen.
Parallel dazu kontrolliere die VAG ihr Netz engmaschiger. Ein Schienenschleifzug sei rund um die Uhr unterwegs, um mögliche Rückstände schnell zu entfernen. Das Unternehmen erklärt: „Um insbesondere die Verteilung von Bitumen im Netz zu verhindern, ist unser Schleifwagen rund um die Uhr im Einsatz und beseitigt mögliche Rückstände sofort.“
Flatterbänder statt Straßenbahnen
Was passiert, wenn die Fugenmasse der Hitze nicht standhält, war Ende Juni in der Innenstadt Nürnbergs sichtbar. In der Südstadt etwa versperrten Flatterbänder zeitweise die Zugänge zu Straßenbahnhaltestellen. Neben den Schienen lagen dunkelgraue Fetzen, während VAG-Mitarbeiter über das weitere Vorgehen berieten. Für die Fahrgäste bedeutete der Ausfall Umwege und lange Wartezeiten. Menschen standen in der Mittagshitze auf schmalen Gehwegen neben gesperrten Haltestellen und warteten auf Ersatzbusse, die sie zu den nächsten U-Bahn-Stationen bringen sollten.
Nach Angaben der VAG habe eine Kombination aus tagelanger Hitze, fehlender nächtlicher Abkühlung und stark aufgeheizten Gleisen die Schäden verursacht. Der entscheidende Punkt scheine bei Temperaturen um 40 Grad zu liegen, so die Sprecherin. Bei dieser Hitze habe sich Bitumen aus den Fugen zwischen Schienen und Asphalt gelöst. Die klebrige Masse sei beim Befahren der Gleise herausgezogen worden, habe sich um die Räder der Straßenbahnen gewickelt und anschließend im Netz verteilt. Die Reinigung der Schienen und Fahrzeuge dauerte teils Wochen.












