Gewalt und Lärm durch Jugendliche?
Umstrittene Schulzone in Berlin: Anwohner weisen Kritik zurück
10.03.2026 – 15:39 UhrLesedauer: 4 Min.

Eine Schulzone in Berlin führt zu Diskussionen unter Anwohnern. Die einen reden von Gewalt und Lärm. Die anderen sehen das nicht.
Seit mehreren Tagen erhitzt ein verkehrsberuhigter Bereich vor der Jane-Goodall-Grundschule in der Scharnweberstraße in Berlin-Friedrichshain die Gemüter. Das grün geführte Bezirksamt richtete die Straßensperre zwischen der Jungstraße und der Finowstraße im Mai vergangenen Jahres ein.
Seither fahren dort zum Schutz der Kinder keine Autos mehr. Stattdessen platzierten die Verantwortlichen unter anderem Bänke, Blumenkübel sowie eine Tischtennisplatte in dem Bereich. Man habe vor der dortigen Grundschule einen Ort für „Spiel, Bewegung und Begegnung“ schaffen wollen.
Bei manchen Anwohnern kommt das offenbar nicht gut an. Sie regen sich laut Medienberichten über Gewalt, Drogenhandel und eine enorme Lautstärke durch Jugendliche in der Schulzone auf.
Das veranlasste die Schule dazu, einen Brief an die Nachbarschaft zu schicken. Das Schreiben liegt der Regionalredaktion von t-online vor. Man habe „beunruhigende Nachfragen“ zu der Situation erhalten, heißt es darin. Es habe „Auseinandersetzungen unserer Schüler untereinander und mit Passanten“ gegeben. Zwar habe man im Schulalltag Maßnahmen ergriffen, um den Schulfrieden zu schützen. Doch der verkehrsberuhigte Bereich sei ein öffentlicher Raum und nicht Teil des Schulgeländes.
Die Leitung verweist auf die Aufsichtspflicht der Eltern und nimmt die Anwohner in die Pflicht. „Es wäre hilfreich, wenn Sie die Kinder ansprechen, wenn Sie unangemessenes Verhalten in der Schulzone am Nachmittag beobachten“, schreibt die Schule. Dabei sollten die Kinder angemessen angesprochen werden; zugleich sei zu beachten, dass es sich um „Lernende“ handle. Sollte das nichts bewirken, sollten sich die Nachbarn sogar an die Polizei wenden.
Verschiedene Medien aus der Hauptstadt titelten, dass die Grundschule vor den eigenen Schülern warne. Auch die 38-jährige Marita Fabeck, Bezirksverordnete der CDU, griff das Thema auf: „Wenn das grün geführte Bezirksamt aus einer Straße einen dauerhaften Aufenthaltsraum macht, muss auch geklärt sein, wer Verantwortung trägt“, schreibt sie in den sozialen Medien. Das Konzept der Schulzone müsse möglicherweise überarbeitet werden.
Auf Nachfrage der Regionalredaktion von t-online teilte das Bezirksamt mit, dass die Einrichtung von Schulzonen zahlreiche positive Auswirkungen habe. Unter anderem würde die Sicherheit der Kinder erhöht, die Unfallzahlen reduziert sowie die Aufenthaltsqualität verbessert werden.
Man erhalte viele positive Rückmeldungen aus der Nachbarschaft. Lediglich vereinzelt habe es Lärmbeschwerden gegeben. In diesem Fall sollten sich Betroffene an das Ordnungsamt wenden. Ein Problem mit Gewalteskalationen sieht das Bezirksamt offenbar nicht.












