Iran-Auswirkungen
Tui-Ergebnis überrascht: Urlauber zögern noch
12.08.2026 – 11:35 UhrLesedauer: 3 Min.
Betriebsergebnis von Tui sinkt um gut ein Viertel. Allein der Iran-Krieg kostet Dutzende Millionen Euro.
Der Reisekonzern Tui hat im dritten Quartal seines Geschäftsjahres aufgrund der Belastungen durch den Iran-Krieg weniger verdient erwartet. Das bereinigte Betriebsergebnis sank von April bis Juni gegenüber dem starken Vorjahreszeitraum um 27 Prozent auf 234 Millionen Euro. Analysten hatten nach Daten von LSEG im Schnitt mit 275 Millionen Euro gerechnet bei einem leicht auf 5,98 Milliarden Euro gesunkenen Umsatz. Auch der Erlös schrumpfte stärker als erwartet auf 5,8 Milliarden Euro.
Unsicherheit und steigende Kosten durch den Krieg sowie die schwache Konjunktur ließen Verbraucher mit Buchungen zögern. Im vorbörslichen Handel von Lang & Schwarz fielen die Aktien um 2,2 Prozent. Seit Beginn des Iran-Krieges haben die Papiere um zwölf Prozent an Wert verloren.
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„2026 ist kein normales Jahr“, sagte Tui-Chef Sebastian Ebel. „Die Nachfrage bleibt auch in geopolitischen Krisenphasen bestehen – wird jedoch kurzfristiger.“ Das Marktumfeld für den Anbieter von Pauschal- und Individualreisen, Flügen, Kreuzfahrten und Urlaubsaktivitäten sei schwierig. Kriege und Geopolitik, Konsumflaute, wirtschaftliche Schwäche, gestiegene Inflation bremsten generell die Kauflaune. Die Menschen reisen, treffen ihre Entscheidungen aktuell aber kurzfristiger.
Es gebe mehr Last-Minute-Buchungen zu niedrigeren Preisen, während die Preise ansonsten über Vorjahr lägen. Tui reduzierte das Angebot um fünf Prozent, um die Marge hoch zu halten. Mit 9,9 Millionen Kunden verzeichnete der Reiseriese einen Rückgang von 3,3 Prozent. In den vergangenen Wochen zogen die Buchungen aber wieder an. „Wir sehen sehr starke Normalisierung des Geschäftes“, betonte Ebel.
Kein Kerosinmangel, aber hohe Kosten
Der Tourismus in Europa erlebt derzeit einen unruhigen Sommer mit Hitzewellen und Waldbränden in Spanien, Frankreich, Portugal und Griechenland. Traditionelle Pauschalreiseziele blieben davon weitgehend verschont. Tui konnte keinerlei Dämpfer durch die Waldbrände feststellen. Der Ende Februar ausgebrochene Iran-Krieg hingegen brockte dem MDax-Konzern rund 60 Millionen Euro Gewinnausfall ein. Neben Kosten für Rückholaktionen gestrandeter Urlauber aus Nahost fehlten allein 20 Millionen Euro, weil zwei Kreuzfahrtschiffe am Persischen Golf wochenlang vor Anker liegen mussten.

Die hohen Kerosinkosten belasteten, obwohl sich Tui dagegen größtenteils mit Termingeschäften abgesichert hatte. Das Geschäft mit Fernreisen nach Asien und in den Nahen Osten litt. Auch die Urlaubsländer im östlichen Mittelmeer Türkei, Zypern und Ägypten waren wegen der Nähe zur Kriegsregion weniger gefragt. Aber auch hier hat Tui zuletzt eine Erholung beobachtet.










