1. FC Köln
Trotz Spielunterbrechung: FC-Boss redet Fan-Ausschreitungen klein
11.10.2026 – 19:28 UhrLesedauer: 2 Min.

Der 1. FC Köln ist Derbysieger. Doch gegen Borussia Mönchengladbach gab es auch hässliche Szenen auf den Rängen – die aber nicht von allen klar verurteilt werden.
Endlich wieder Derbysieger! Der 1. FC Köln hat allen Grund sich nach dem 5. Bundesliga-Spieltag zu freuen. Doch abseits des Platzes geschehen unschöne Dinge, die in kein Fußballstadion gehören. Böller, Raketen und ein Polizeieinsatz im Fanblock! Was überrascht: FC-Geschäftsführer Philipp Türoff fand dies offenbar nicht weiter schlimm.
Was war geschehen? Am Sonntagnachmittag flogen im Laufe des Spiels immer wieder Böller aus dem Gladbacher Gästeblock, explodierten lautstark am Spielfeldrand oder in einem der Mundlöcher des RheinEnergieStadions. Zudem wurden mehrere Leuchtraketen abgeschossen, ebenfalls vornehmlich aus dem Gästeblock, und das in Richtung anderer Fans auf andere Tribünen. Als dann sogar noch ein Sicherheitsglas durchbrochen wurde, musste die Polizei einschreiten.
Spiel muss unterbrochen werden
Gladbacher Fans hatten mit Werkzeug auf eine Scheibe eingeschlagen, die sie von einem Kölner Fanblock trennten. Irgendwann gab die Scheibe nach und brach aus der Verankerung. Männer vom Ordnungsdienst brachen die Kölner Anhänger in Sicherheit, die mit den Borussen-Anhängern zuvor immer wieder Provokationen ausgetauscht hatten. Minuten später zog die Polizei ein und sicherte den Bereich zwischen den beiden Fanblöcken.
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Auf dem Rasen hatte Schiedsrichter Florian Badstübner in der 76. Minute genug gesehen und unterbrach das Derby für zwei Minuten, ehe weitergespielt wurde. Durchaus also kein alltäglicher Zwischenfall auf den Tribünen – und doch überraschte Kölns Geschäftsführer Philipp Türoff hinterher mit einer ganz eigenen Sichtweise.
FC-Boss Türoff redet Gewalt klein
„Wir haben viele Dinge gesehen, die sehr stark mit individuellen Störungen zu tun haben“, schob der FC-Boss die Geschehnisse auf Einzelpersonen in den Fanblöcken, obwohl die Zahl der Böller und Raketen sowie der Einsatz von Werkzeug auf geplanten Vorsatz hindeuteten. „Heute haben wir nichts gesehen, was uns die Hände über dem Kopf zusammenschlagen lässt. Auch, wenn es einzelne Szenen sind, die wir nicht so sehen wollen.“
Trotz mehrfacher Nachfrage der Journalisten wollte Türoff die Geschehnisse nicht verurteilen. Erst später verschickte der FC ein einordnendes Statement des FC-Bosses. „Selbstverständlich verurteilen wir aufs Äußerste die gewalttätigen Aktionen, von denen wir heute auf der Nordtribüne leider Zeuge werden mussten“, hieß es in der schriftlichen Stellungnahme Türoffs. „Diese Bilder haben im Fußball nichts verloren und geben dem Derbysieg heute einen unschönen Beigeschmack.“
Gladbach-Boss findet klare Worte
Immerhin: Kurz nach dem Spiel lagen dem FC keine Informationen vor, dass Menschen zu Schaden gekommen waren. Derweil verurteilte Gladbachs Sportchef Rouven Schröder die Aktionen der eigenen Fans bei DAZN scharf: „Wir brauchen nicht drumherum reden: Das gehört nicht ins Stadion. Das Spiel wurde nicht umsonst unterbrochen. Ich bin ganz klar gegen so etwas. Das müssen wir aufarbeiten und angehen.“










