„Wir werden unabhängig“
Deutsches Unternehmen soll USA aus Chinas „Würgegriff“ befreien
27.04.2026 – 15:31 UhrLesedauer: 2 Min.
Die USA wollen unabhängiger von China werden – auch bei kritischen Rohstoffen. Ein deutsches Unternehmen spielt dabei eine zentrale Rolle.
Ein Unternehmen aus Hessen hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Schlüssel der US-Regierung entwickelt, um die Industrie widerstandsfähiger gegenüber möglichen Lieferausfällen zu machen. Nahe dem 50.000-Einwohner-Städtchen Sumter in South Carolina hat der Permanentmagnethersteller Vacuumschmelze im vergangenen Herbst ein Werk eröffnet.
Permanentmagnete sind unverzichtbar etwa für den Bau von Elektromotoren und Windrädern, aber auch in der Militärtechnik. Sie werden in der Regel aus Seltenen Erden hergestellt.
Bislang kontrolliert China rund 90 Prozent der globalen Herstellung und kann damit maßgeblich beeinflussen, welche Länder und Industrien beliefert werden. Seit Ende 2025 fährt China die Magnetexporte in die USA zurück. Im Februar fielen sie um 9,5 Prozent auf ein Neunmonatstief von 406 Tonnen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters – im Jahresvergleich ist das ein Minus von 30,6 Prozent.
Vor diesem Hintergrund gewinnt die Produktion in den USA an Bedeutung. „Wir werden unabhängig – dank Unternehmen wie E-Vac“, schwärmte Finanzminister Scott Bessent während eines Firmenbesuchs im Interview mit dem Nachrichtensender Fox im November 2025. „Wir beenden Chinas Würgegriff auf unsere Lieferkette.“
Dabei war die Zukunft der Produktion am Stammsitz in Hanau zuletzt unsicher. Vacuumschmelze stellte Permanentmagnete nur noch in Deutschland her, mit einer Jahresproduktion von etwa 1000 Tonnen. Das entsprach rund einem Viertel des Gesamtumsatzes von 400 Millionen Euro.
Die aktuelle Entwicklung ist Teil einer umfassenderen Strategie der US-Regierung. Zwar baut Präsident Donald Trump auf Maßnahmen auf, die bereits unter seinem Joe Biden Vorgänger angestoßen wurden. Doch seit seinem Wiedereinzug ins Weiße Haus treibt er Investitionen in unabhängige Lieferketten weiter voran. Allein in den vergangenen sechs Monaten seien rund 30 Milliarden Dollar in die Beschaffung kritischer Rohstoffe geflossen, teilt das US-Außenministerium mit.
Zusätzlich werden zwölf Milliarden Dollar in das sogenannte „Projekt Tresor“ investiert. Ziel ist der Aufbau einer strategischen Reserve, mit der die US-Industrie mindestens 60 Tage überbrücken kann. Permanentmagnete dürften dabei eine zentrale Rolle spielen.
