
Deutsche Metallfabrik
Traditionsfirma baut Hunderte Stellen ab
03.02.2026 – 00:56 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Wirtschaftskrise trifft einen der großen Arbeitgeber in Baden-Württemberg: Die Witzenmann-Gruppe streicht Hunderte Jobs.
Die Witzenmann-Gruppe mit Sitz in Pforzheim hat angekündigt, 230 Stellen an ihren drei Standorten in der Region Baden-Württemberg abzubauen. Das traditionsreiche Familienunternehmen reagiere damit auf die anhaltende Konjunkturschwäche im europäischen Heimatmarkt und einen spürbaren Umsatzrückgang, teilte die Firma in einer Pressemitteilung Ende Januar mit.
Nach Angaben des Unternehmens habe man sich „nach langen und intensiven Verhandlungen“ zwischen dem Verband Südwestmetall und der Gewerkschaft IG Metall auf ein Maßnahmenpaket geeinigt. Ziel sei es, betriebsbedingte Kündigungen möglichst zu vermeiden. Grundlage dafür sei ein Ergänzungstarifvertrag, der einen sozialverträglichen Stellenabbau ermöglichen solle.
Die Witzenmann GmbH wurde 1854 in Pforzheim gegründet und ist heute auf die Verarbeitung von Metall spezialisiert, etwa für Metallschläuche, Kompensatoren und Bauteile für Verbrennungsmotoren. Weltweit beschäftigt die Unternehmensgruppe rund 4.400 Mitarbeitende. Die Nachfrage im europäischen Heimatmarkt schwächle derzeit, insbesondere bei Komponenten für klassische Antriebstechnologien, berichten mehrere Medien.
Wie die Badischen Neuesten Nachrichten (BNN) berichten, seien am Standort Pforzheim derzeit rund 1.650 Beschäftigte tätig. Der Abbau von 230 Stellen entspreche damit fast 14 Prozent der Belegschaft. Betroffen seien neben dem Hauptsitz auch die Werke in Kieselbronn und Remchingen (Enzkreis).
Der geplante Personalabbau soll laut der Pressemitteilung über ein Freiwilligenprogramm erfolgen. Vorgesehen seien unter anderem Altersteilzeit, Vorruhestandsregelungen und Abfindungen.
Witzenmann-Personalvorständin Christine Wüst erklärte, man hoffe, „wenn ausreichend Kolleginnen und Kollegen die Angebote annehmen“, auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten zu können. Die Maßnahmen seien „sehr attraktiv, fair und helfen uns, den Standort Pforzheim nachhaltig zu stärken“, so Wüst laut Mitteilung.
Im Gegenzug zum Freiwilligenprogramm müssten Beschäftigte laut Unternehmen Einschnitte hinnehmen. Einzelne tarifliche Leistungen entfielen, zudem werde die für das Frühjahr 2026 geplante Entgelterhöhung auf Oktober 2026 verschoben.
Die Geschäftsführung habe Investitionen von 49 Millionen Euro für die Jahre 2026 und 2027 zugesagt. Der Fokus liege dabei unter anderem auf technologischen Zukunftsfeldern in den Branchen Wasserstoff-Industrie, energetische Gebäudesanierung und Halbleiter.











