Altersvorsorge
Trade Republic gründet Lebensversicherer
20.10.2026 – 14:39 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Neobroker hat eine Lizenz für Lebensversicherungen in Liechtenstein erhalten. Damit nimmt er offenbar eine neue Zielgruppe in den Blick.
Der Neobroker Trade Republic, bislang vor allem bekannt für den Handel mit ETF- und Aktiensparplänen, gründet einen eigenen Lebensversicherer. Laut einem Bericht des Branchendienstes „Versicherungsmonitor“ hat das Unternehmen in Liechtenstein eine entsprechende Lizenz erhalten.
Dieser Schritt mag auf den ersten Blick ungewöhnlich wirken – schließlich ist der Neobroker auf den kostengünstigen Handel mit Wertpapieren spezialisiert. Vor dem Hintergrund der anstehenden Altersvorsorgereform ist der Schritt aber folgerichtig.
Kampfansage an Konkurrenz
In der vergangenen Woche hatte Trade Republic seine Pläne für das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot präsentiert. Es war eine Kampfansage an die Konkurrenz: So kündigte der Neobroker eine vollständig kostenfreie Depotvariante an, für die weder Depotgebühren noch bei vielen ETFs Produktkosten anfallen.
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Nun folgt die Gründung eines eigenen Lebensversicherers. Welche Pläne das Unternehmen mit diesem konkret verfolgt, ist bislang noch unklar – noch hat sich Trade Republic selbst über seine Pläne nicht geäußert.
Was mit einem Lebensversicherer möglich ist
Branchenexperten gehen jedoch davon aus, dass der Neobroker mit seinem Lebensversicherer eine weitere Variante des Altersvorsorgedepots anbieten will und damit vor allem sicherheitsbewusste Kunden in den Blick nimmt. Denn neben dem ETF-basierten Standarddepot und einem individuellen Investmentdepot sind im Rahmen des Altersvorsorgedepots auch Garantielösungen möglich. Dabei handelt es sich um Produkte, die die eingezahlten Beiträge zu 100 oder alternativ zu 80 Prozent garantieren. Solche Garantien sind allerdings nur mittels einer Versicherungslösung darstellbar, für die das Unternehmen eine Lizenz benötigt, die es jetzt erhalten hat.
Im Blick dürften dabei vor allem die bisherigen Millionen Riester-Sparer stehen. Diese können ins neue Altersvorsorgemodell wechseln, ohne ihre bislang erhaltene Förderung zurückzahlen zu müssen. Auch sicherheitsorientierten Neukunden könnte Trade Republic mit Garantieprodukten ein Angebot unterbreiten.
Kostenlos dürfte das neue Modell indes nicht sein. Experten gehen laut „Wirtschaftswoche“ allerdings davon aus, dass Trade Republic die Konditionen der anderen Versicherer unterbieten wird und die Versicherungsbranche folglich erheblich unter Druck setzen könnte. Hierfür gibt es bislang jedoch keine Bestätigung. Mit welchen Konditionen Trade Republic letztlich an den Markt geht, ist noch unbekannt.












