20 Monate alt
Kleines Mädchen stirbt allein in Auto – Staatsanwaltschaft ermittelt
Aktualisiert am 18.06.2026 – 09:39 UhrLesedauer: 3 Min.
Ein kleines Mädchen wird über Stunden allein in einem Auto zurückgelassen. Die Mutter scheint es vergessen zu haben. Jetzt informiert die Staatsanwaltschaft über einen Anfangsverdacht.
Nach dem Tod eines Kleinkindes in einem Auto in Schorndorf bei Stuttgart ermitteln Staatsanwaltschaft und Polizei wegen fahrlässiger Tötung. Der Vorwurf richte sich gegen die 44 Jahre alte Mutter des einjährigen Mädchens, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Stuttgart t-online. Es bestehe ein Anfangsverdacht, dem nachgegangen werde.
Das 20 Monate alte Mädchen war am Mittwochnachmittag gegen 14.50 Uhr in dem Auto gefunden worden. Ersten Ermittlungen zufolge soll die Mutter das Kind im Wagen vergessen haben. Sie sei erst nach mehreren Stunden zu ihrer kleinen Tochter zurückgekehrt, teilte die Polizei mit.
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Zu dem Zeitpunkt war es bereits zu spät: Ein Notarzt und der Rettungsdienst versuchten noch, das Kind zu reanimieren, hatten aber keine Chance. Das Mädchen verstarb vor Ort.
Eine Obduktion soll nun weitere Erkenntnisse zu den Todesumständen bringen. Wann Ergebnisse vorliegen, sei im Moment noch unklar, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Donnerstag.
Zu der Frage, wie die Mutter ihr Kind so lange im Auto vergessen konnte, erklärte die Staatsanwältin nur, die Ermittlungen würden andauern. Das Auto mit dem Kind stand in einer Straße, in deren unmittelbarer Umgebung sich sowohl Wohnbebauung als auch Sportplätze und Firmengelände befinden. In Stuttgart wurden am Mittwochnachmittag Höchsttemperaturen knapp unter 30 Grad gemessen. Schorndorf liegt rund 30 Kilometer östlich im Speckgürtel der baden-württembergischen Landeshauptstadt.
Wie häufig kommen vergessene Kinder in Autos zu Tode?
Ein in direkter Sonne geparktes Auto heizt sich enorm schnell auf. Die Temperatur im Inneren wird dadurch in kurzer Zeit lebensbedrohlich. Bei hochsommerlichen 30 Grad Außentemperatur erhitzt sich das Wageninnere nach einer Stunde bereits auf 56 Grad. „Auch ein leicht geöffnetes Seitenfenster kann den Hitzestau im Fahrzeug nicht verhindern“, warnt der ADAC.
Hitze ist für Babys und Kleinkinder noch schneller kritisch als für Erwachsene: Das liegt unter anderem daran, dass sie weniger schwitzen und ihren Körper deshalb schlechter abkühlen können, wie das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) erklärt. Gleichzeitig haben sie eine höhere Stoffwechselrate und produzieren deswegen mehr Wärme, besonders wenn sie aktiv sind.
Immer wieder sterben im Sommer Babys und Kleinkinder, die von ihren Eltern im Auto vergessen wurden. Umfassende Zahlen dazu gibt es nicht. Aber allein in den USA sterben nach Angaben der US-Informationsplattform „No Heat Stroke“ Jahr für Jahr durchschnittlich mehr als 37 Kinder an einem Hitzeschlag, weil sie vergessen wurden. In diesem Jahr sind demnach bislang bereits sieben Kinder so gestorben, seit 1998 insgesamt 1.050.











