Neue Halle, eine Million Autos
Tesla plant große Erweiterung in Grünheide
14.10.2026 – 16:21 UhrLesedauer: 2 Min.
Der US-Elektroautobauer Tesla will sein einziges europäisches Werk in Brandenburg massiv ausbauen. Doch bis zur Umsetzung ist es noch ein langer Weg.
Die Gigafactory Berlin-Brandenburg in Grünheide soll deutlich größer werden. Nach Informationen des rbb plant Tesla nördlich des bestehenden Werksgeländes eine zweite Produktionshalle – mit rund 536.000 Quadratmetern Fläche. Zum Vergleich: Die aktuelle Halle misst etwa 219.000 Quadratmeter. Die neue wäre also mehr als doppelt so groß.
Perspektivisch will Tesla am Standort Grünheide bis zu eine Million Fahrzeuge pro Jahr vom Band laufen lassen. Derzeit beschäftigt das Werk mehrere tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter; langfristig war in früheren Planungen von bis zu 42.000 Beschäftigten die Rede. Eine konkrete Aussage zum geplanten Stellenwachstum hat Tesla bislang nicht gemacht.
Genehmigungsverfahren läuft – Baustart frühestens 2027
Tesla selbst erklärt, man habe bereits 2023 im Rahmen eines Teilgenehmigungsantrags den stufenweisen Ausbau skizziert und die Umweltauswirkungen dargelegt. Im Oktober 2024 sei die grundsätzliche Genehmigungsfähigkeit festgestellt worden.
Nun soll der nächste Schritt folgen: Nach rbb-Informationen will Tesla die erforderlichen Anträge im Dezember 2026 bei den Behörden einreichen. Ein Baustart für die neue Produktionshalle ist für 2027 vorgesehen. Der gesamte Ausbau ist auf einen Zeitraum von rund zehn Jahren angelegt.
Heikles Thema Wasser: Tesla plant eigene Aufbereitung
Besonders sensibel bleibt die Frage nach dem Wasserverbrauch. Sie begleitet das Werk seit seiner Planungsphase – und sie wird durch den Ausbau nicht kleiner.
Tesla reagiert darauf mit einem eigenen Lösungsansatz: Geplant ist ein zusätzlicher Wasserkreislauf mit einer neuen Abwasseraufbereitungsanlage direkt auf dem Werksgelände. Diese soll künftig auch Sanitärabwasser aufbereiten. Die Konsequenz: Trotz höherem Gesamtverbrauch durch neue Halle und mehr Beschäftigte soll kein zusätzliches Sanitärabwasser in die kommunale Infrastruktur abgegeben werden.
Über diese Pläne informierte Tesla zuletzt Bürgermeister und Vertreter kommunaler Versorgungsunternehmen in einer internen Veranstaltung im Werk. Neben der neuen Produktionshalle und der Abwasseraufbereitung ist auch ein eigenes Umspannwerk Teil des Erweiterungspakets.
Die Gigafactory ist Teslas einziges Werk in Europa und ein wirtschaftspolitisch hoch aufgeladener Standort. Für Brandenburg und die strukturschwache Region rund um Grünheide ist das Werk ein erheblicher Arbeitgeber und Imageträger. Gleichzeitig sind die Debatten über Wasserrechte, Naturschutz und Verkehrsbelastung nie ganz verstummt.











