Dürfen sie einreisen?
Portal: Tausende Sexarbeiter aus Europa wollen zur WM
Aktualisiert am 12.06.2026 – 01:36 UhrLesedauer: 2 Min.
In einer Branchenbefragung gaben viele Sex-Arbeitenden ihr Interesse am WM-Besuch an. Doch selbst wer nur Fußball schauen will, könnte abgewiesen werden.
Laut einer Umfrage unter Sex-Arbeitenden in Großbritannien und Deutschland haben einige Hundert Teilnehmer angegeben, zur WM in die USA reisen zu wollen. Die Befragung wurde vom Erotik-Portal Erobella durchgeführt. 634 gaben in Großbritannien an, in die USA fahren zu wollen, 1.585 erwägen es demnach. In Deutschland waren es 515 Befragte, die zur WM wollen, 1.289 denken darüber nach. In beiden Ländern machten sie zwei beziehungsweise fünf Prozent der Befragten aus.
Wenn man die Zahlen auf die geschätzten Sexarbeitenden in Deutschland hochrechnet, würden alleine aus Deutschland 1.834 Frauen und Männer aus der Branche ins Flugzeug steigen, heißt es in der Hochrechnung der Plattform. Auf Europa umgerechnet würde dies eine Zahl von 9.000 Sexarbeitenden ergeben. Nicht genannt wurde, ob die Befragten die Spiele anschauen oder ihrer Tätigkeit nachgehen wollen – letzteres dürfte ohne Arbeitserlaubnis illegal sein.
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US-Behörde fragt nach Tätigkeit
Allerdings dürfte die Reise zumindest in die USA an der Grenze enden. Nach US-Einwanderungsrecht kann jeder Person die Einreise verweigert werden, die in den vergangenen zehn Jahren der Prostitution nachgegangen ist — selbst wenn diese Tätigkeit dort, wo sie ausgeübt wurde, völlig legal war, und selbst ohne Absicht, im Land zu arbeiten. Die Regelung steht in Section 1182(a)(2)(D); Betroffenen zufolge kann schon der Verdacht eines Grenzbeamten genügen.
In einem Interview mit Erobella schilderte die kanadische Escort Lucy Huxley, wie sie in die zweite Kontrolle gezogen, stundenlang befragt und ihr Handy sowie ihr Gepäck durchsucht wurden, bevor man sie abschob und mit einer Einreisesperre belegte. Der kanadische Erotik-Performer Milo Miles wurde nach eigenen Angaben über acht Stunden von US-Grenzbeamten festgehalten, bevor man ihn mit einer zehnjährigen Sperre belegte.
Huxley sagte dem Portal, dass sich die Behörden auf Mittel wie Escort-Verzeichnisse, Haftdaten und Gesichtserkennung stützen, um mutmaßliche Sexarbeitende zu markieren — und ein Nachweis sei nicht nötig, nur ein Verdacht.











