Neue Studie
Was Hunde und Menschen weltweit verbindet
30.06.2026 – 13:47 UhrLesedauer: 2 Min.
164 Hund-Halter-Paare, fünf Länder, ein Ergebnis: Wissenschaftler haben untersucht, was Menschen und Hunde rund um den Globus verbindet. Die Erkenntnisse sind bemerkenswert.
Hunde und Menschen können zwar nicht direkt miteinander sprechen – das ändert aber nichts daran, dass die Beziehung zwischen den beiden Spezies sehr eng ist. Und das weit über die Grenzen von Geografie, Kultur, Umgebung und Haltungsweise hinaus, wie Wissenschaftler nun herausfanden.
Das internationale Forschungsteam unter Leitung der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Max-Planck-Instituts für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat dafür insgesamt 164 Hund-Halter-Paare in fünf Ländern untersucht.
Die Studie umfasste Jagdhunde und ihre Besitzer in ländlichen Gemeinschaften in Vanuatu, der Mongolei, Madagaskar, Peru und Deutschland. Die Forscher entwickelten dafür eine Testreihe aus sechs Verhaltensexperimenten sowie einen Fragebogen zur emotionalen und praktischen Seite der Mensch-Hund-Beziehung.
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Hunde folgen Zeigegesten – überall auf der Welt
In allen fünf Gesellschaften zeigten die Hunde verblüffend ähnliche Verhaltensweisen. Sie folgten menschlichen Zeigegesten, um verstecktes Futter zu finden, und kommunizierten erfolgreich mit ihren Besitzern in Aufgaben, bei denen nur der Hund den Ort des Verstecks kannte. Außerdem schauten die Tiere in unsicheren Situationen regelmäßig zu Menschen auf – ein Zeichen dafür, dass sie Menschen als Informationsquelle nutzen.
„Hunde leben fast überall mit Menschen zusammen, aber nicht auf dieselbe Weise“, sagt Erstautorin Juliane Bräuer vom DogStudies-Projekt der Friedrich-Schiller-Universität Jena. „Wir wollten wissen, ob die enge Beziehung zwischen Hunden und Menschen, wie wir sie aus westlichen Gesellschaften kennen, universell ist.“
Lokale Unterschiede trotz globaler Gemeinsamkeiten
Trotz der vielen Übereinstimmungen zeigten sich auch Unterschiede. Besitzer in Vanuatu waren besonders gut darin, das Verhalten ihrer Hunde zu deuten – vermutlich weil Hunde dort beim Jagen auf Wildschweine in dichten Wäldern eine entscheidende Rolle spielen und ihre Signale daher besonders aufmerksam beobachtet werden.
Deutsche Hunde unterschieden sich ebenfalls in einigen Punkten: Sie kamen beim Gehorsamkeitstest schneller zu ihren Besitzern, hielten beim Versuch, einen fest verschlossenen Futterbehälter zu öffnen, länger durch und richteten ihre Aufmerksamkeit stärker auf den Besitzer als auf unbekannte Personen. Die Forscher führen das auf die formale Ausbildung für Jagdhundprüfungen und die stärkere Betonung der Mensch-Hund-Beziehung im westlichen Kontext zurück.
In Peru hingegen bewerteten Besitzer ihre Beziehung zu ihren Hunden niedriger als in anderen Ländern. Die Wissenschaftler vermuten, dass dies mit lokalen Jagdpraktiken zusammenhängt, da Hunde dort nicht immer unbedingt notwendig für eine erfolgreiche Jagd sind.
Eine zehntausende Jahre alte Partnerschaft
Hunde wurden früher als jedes andere Tier domestiziert – nach dem aktuellen Stand der Forschung vor etwa 15.000 Jahren. Ihre Partnerschaft mit dem Menschen könnte sich aus gegenseitigem Nutzen entwickelt haben, etwa beim gemeinsamen Jagen, beim Schutz und beim Zugang zu Nahrung.
„Trotz enormer kultureller Vielfalt haben wir mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede gefunden“, fasst Seniorautor Russell Gray, Direktor der Abteilung für Sprach- und Kulturevolution am Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie, zusammen. „Die Bindung zwischen Menschen und Hunden scheint eine weltweit verbreitete Beziehung zu sein, die sich an viele verschiedene Lebensweisen angepasst hat.“











