Studienergebnis erregt Aufsehen
Gefährliche Partikel in Prostatatumoren entdeckt
26.02.2026 – 09:43 UhrLesedauer: 2 Min.
Schon länger ist bekannt: Mikroplastik findet über Luft, Nahrung und Wasser den Weg in unsere Körper. Eine neue Studie zeigt nun, dass sich die Plastikpartikel auch in Krebstumoren nachweisen lassen.
Ein Forschungsteam der NYU Langone Health und der NYU Grossman School of Medicine untersuchte Prostatagewebe von zehn Männern, denen Ärzte aufgrund von Krebs die Prostata entfernt hatten. Die Wissenschaftler wollten klären, ob sich Mikroplastik im Tumorgewebe nachweisen lässt und ob sich die Menge vom umliegenden gesunden Gewebe unterscheidet. Ihre Ergebnisse stellten sie kürzlich auf einem Krebskongress der American Society of Clinical Oncology vor.
Das Team analysierte jeweils Tumorgewebe und benachbartes, nicht krebsbefallenes Prostatagewebe derselben Patienten. In neun von zehn Tumorproben wiesen die Forscher Mikroplastik nach. Im gesunden Vergleichsgewebe fanden sie die Partikel in 70 Prozent der Proben.
Noch deutlicher fiel der Unterschied bei der Konzentration aus: Tumorgewebe enthielt im Schnitt rund 40 Mikrogramm Plastik pro Gramm Gewebe. Im gesunden Gewebe lag der Wert bei 16 Mikrogramm pro Gramm. Damit fanden sich in den Krebsproben etwa zweieinhalbmal so viele Kunststoffpartikel.
Mikroplastik entsteht, wenn größere Kunststoffprodukte durch Hitze, mechanische Belastung oder chemische Prozesse zerfallen. Die winzigen Partikel können über Lebensmittel, Trinkwasser oder die Atemluft in den Körper gelangen. Frühere Studien wiesen Mikroplastik bereits in verschiedenen Organen, in Körperflüssigkeiten und sogar in der Plazenta nach.
Welche gesundheitlichen Folgen diese Partikel haben, bleibt jedoch weitgehend unklar.
Die Studie liefert Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Mikroplastik und Prostatakrebs. Sie beweist jedoch keinen ursächlichen Zusammenhang. Denkbar ist, dass die Partikel eine chronische Entzündungsreaktion im Gewebe auslösen. Eine solche dauerhafte Entzündung kann Zellen schädigen und genetische Veränderungen begünstigen, die zur Krebsentstehung beitragen.












