Zum fünffachen Preis
Ferrari fliegt Luxusautos per Luftbrücke in Konfliktgebiet
27.03.2026 – 14:09 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Iran-Krieg blockiert die Straße von Hormus und treibt weltweit die Preise. Ferraris superreiche Kunden am Golf lässt das offenbar kalt.
Ferrari fliegt inmitten des Iran-Kriegs trotzdem weiter Autos in den Nahen Osten. Wegen der Blockade der Straße von Hormus können diese aktuell nicht per Schiff transportiert werden.
Die Sperrung der Meerenge hat weltweit erheblichen wirtschaftlichen Schaden verursacht. Auch in Deutschland sind binnen weniger Tage die Sprit- und Verbraucherpreise wegen unterbrochener Lieferketten, vor allem im Energiehandel, deutlich gestiegen.
Im Nahen Osten scheint diese Entwicklung zumindest Teile der superreichen Bevölkerung in den Golfstaaten kaum zu beeindrucken. Dabei sind gerade die Anrainerstaaten des Persischen Golfs, in denen sich auch amerikanische Militärbasen befinden, seit Kriegsbeginn heftigem iranischem Beschuss ausgesetzt. In den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Kuwait gab es bereits Todesopfer.
Trotz des anhaltenden Konflikts und blockierter Seewege liefert Ferrari seine Luxusautos weiterhin in die Region. Allerdings werden die Fahrzeuge nun eingeflogen, damit wohlhabende Kunden vor Ort die Statuskarren zur Probefahrt ausführen können. Selbst der rund fünffach höhere Preis für die Anlieferung stellt offenbar kein Hindernis dar – schließlich zählt die Region zu Ferraris lukrativsten Absatzmärkten weltweit.
Ferrari nimmt in der Branche damit jedoch eine Sonderrolle ein. Bentley hingegen hat erklärt, während des Konflikts keine Fahrzeuge per Luftfracht in die Region zu liefern. Stattdessen greift der britische Hersteller auf vorhandene Lagerbestände vor Ort zurück, um Bestellungen zu bedienen, die noch vor Ausbruch des Krieges eingegangen waren.
Für die Luxusautobauer hat die Region inzwischen große Bedeutung erlangt. Zwar liegen die Verkaufszahlen dort unter denen in China oder den USA, doch zugleich verkaufen die Hersteller am Golf besonders viele Sonderanfertigungen. Kundinnen und Kunden aus der Region sind oft bereit, Zehntausende Euro oder sogar noch mehr für die Individualisierung ihrer Fahrzeuge zu bezahlen. Bei Ferrari macht dieses Geschäft inzwischen rund ein Fünftel des Umsatzes aus.












