„Ätzender Geruch“
Italien: Historischer Tunnel-Wanderweg vermüllt
13.10.2026 – 11:02 UhrLesedauer: 2 Min.
Müll und sogar Exkremente: In den Alpen Norditaliens hat eine Gruppe Freiwilliger einen berühmten Wanderweg vom Müll befreit. Sie dokumentierte den Einsatz.
Einer der spektakulärsten Wanderwege Italiens verkommt zur Müllhalde. Die „Strada delle 52 gallerie“ führt in den Vizentiner Alpen an der Grenze zwischen Venetien und dem Trentino auf das Massiv des Monte Pasubio – ein Weg, der sich in 52 Tunneln durch den Fels nach oben schraubt. Was Wanderer dort zurücklassen, haben nun Freiwillige eingesammelt. Mit dabei war der YouTuber Jacopo Tessari, der die Zustände in einem Video dokumentierte.
„Oh mein Gott, wie viel Dreck hier herumliegt“, entfährt es Tessari beim Aufstieg. „Der Zustand ist erschreckend. Überall Klopapier und feuchte Tücher“, was darauf hindeutet, dass die Leute hier ihr Geschäft verrichten. In den Tunneln sei „der Geruch einfach ätzend“, beschreibt er. „Es ist eine Mischung aus Müll und Zeug, das hier vielleicht schon seit vielen Jahren herumliegt.“
- Dolomiten-Felsen mit Graffiti besprüht: Bergführer ist fassungslos
- Ärger: Roms Zentrum mit Golfcarts für Touristen verstopft
„Wirklich traurig“
Alte T-Shirts, Bananenschalen, Masken, Glasscherben und eine in eine Felsritze gestopfte Lippenpomade – die Liste der Fundstücke ist lang. Entlang des Pfades, im Dunkel der Tunnel und auf den Aussichtsterrassen hoch über dem Tal sammelten die Freiwilligen mit Greifzangen alles ein, was Besucher zurücklassen. „Wie kann man überhaupt auf die Idee kommen, an so einem Ort Müll zu hinterlassen?“, fragt sich ein Freiwilliger in dem Video. Denn die Geschichte, die dieser Weg auf jedem Meter erzählt, ist eine des Existenzkampfs.
Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Youtube-Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren Youtube-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.
Die „52 Gallerie“ (italienisch für 52 Tunnel) sind kein gewöhnlicher Wanderweg, sondern ein Bauwerk aus dem Ersten Weltkrieg. 1917 in den Fels gesprengt, sollten die italienischen Truppen auf dem Pasubio über diese Strecke, geschützt vor dem Beschuss der österreichisch-ungarischen Artillerie, mit Nachschub und Lebensmitteln versorgt werden können. Die Tunnel verbanden die Stellungen im Hochgebirge. Mit ihrer Hilfe konnte der Berg dauerhaft gehalten werden.












