Fall schockiert Österreich

Kabarettist missbraucht Kind – Richter spricht Urteil


Aktualisiert am 22.10.2026 – 16:28 UhrLesedauer: 2 Min.

Der Kabarettist Günther Paal: Der Österreicher bekannte sich des sexuellen Missbrauchs eines Kindes schuldig. (Quelle: Hans Klaus Techt/dpa)

Im Prozess legt er ein Geständnis ab – die Strafe fällt dennoch hart aus: Drei Jahre muss der Kabarettist Günther Paal ins Gefängnis.

Der österreichische Kabarettist Günther Paal ist wegen sexuellen Kindesmissbrauchs und Besitzes von Missbrauchsdarstellungen schuldig gesprochen worden. Der Richter am Landesgericht Wien verhängte gegen den „Gunkl“ genannten TV-Star eine Haftstrafe von drei Jahren. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der 64-Jährige hatte zuvor ein umfassendes Geständnis abgelegt. Mit dem Wort „schuldig“ hatte er laut Angaben der österreichischen Zeitung „Heute“ seine Aussage begonnen. „Ich hatte aber nie die Absicht, das selbst zu tun“, sagte der Kabarettist, der sich selbst als pädophil bezeichnete.

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Laut Anklage verübte Paal 2025 einen sexuellen Übergriff gegen ein heute fünfjähriges Mädchen. Zudem wurden Hunderte Videos und Fotos von Kindesmissbrauchsdarstellungen auf seinem Rechner entdeckt.

Österreich: Mutter und Großmutter des Kindes ebenfalls verurteilt

Die Mutter und Großmutter des Kindes saßen ebenfalls auf der Anklagebank. Mit ihnen soll Paal in den vergangenen Jahren wiederholt intim geworden sein – gegen Geld. Die beiden Frauen erpressten Paal damit, den Missbrauch öffentlich zu machen und seine Karriere zu zerstören. Der Kabarettist soll für deren Schweigen insgesamt mehr als 150.000 Euro gezahlt haben.

Der Kabarettist Günther Paal und die beiden wegen schwerer Erpressung angeklagten Frauen sitzen vor Beginn des Prozesses im Saal im Straflandesgericht in Wien. (Quelle: Hans Klaus Techt/dpa)

Die beiden Frauen erhielten Haftstrafen von jeweils mehr als zwei Jahren. Ihr Verteidiger sprach von einer „verzwickten Situation“, in der seine beiden Mandantinnen gewesen seien. Die Mutter sei drogensüchtig gewesen, berichtete „Heute“. Das Gericht urteilte, dass die beiden insgesamt 159.000 Euro an Paal zurückzahlen müssen.

Fall Günther Paal schockierte Österreich

Paals Verteidiger hatte in seinem Plädoyer eine Bewährungsstrafe gefordert – doch das Gericht folgte dem nicht. Das Urteil, drei Jahre Haft, beschrieben Prozessbeobachter als unerwartet hart. Paal habe nicht aus schlechtem Gewissen gestanden, sondern wegen der Erpressung, begründete der Richter sein Urteil. Erschwerend komme das besonders junge Alter des Opfers hinzu. Paal habe das Urteil stoisch hingenommen, berichtete „Heute“. Sein Anwalt sagte, er habe „getroffen und überrascht“ auf das Urteil reagiert.

Der Fall hat Österreich nach Bekanntwerden der Vorwürfe Mitte September schockiert. Damals hatte er die Richtigkeit der Vorwürfe bereits in einem auf Facebook verbreiteten Video eingeräumt. Die Tat sei „schrecklich“. Er sei bereit, jede Strafe „unwidersprochen hinzunehmen“. Er hatte andere Menschen mit ähnlichen Neigungen dazu aufgerufen, dringend Hilfe in Anspruch zu nehmen, statt zu versuchen, selbst damit fertig zu werden. „Das geht nicht alleine“, sagte er.

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