„Danke für nichts“

Deutscher Wirt rechnet mit Gästen ab – und löst Diskussionen aus


Aktualisiert am 22.10.2026 – 12:54 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Koch in einer Restaurantküche (Symbolbild): Zu kurzfristige Absagen von Gästen können zu Problemen führen. (Quelle: Christian Creon via imago-images/imago-images-bilder)

Zehn Minuten vor der Reservierung erhält ein Wirt einen Anruf – die Gäste werden nicht kommen. Was folgt, ist eine Abrechnung in den sozialen Medien.

Ein Wirt aus Hessen hat seinem Ärger über zu kurzfristige Absagen von Gästen auf Facebook Luft gemacht – und damit ein großes Echo ausgelöst. Zahlreiche Nutzer stimmen dem Gastronomen zu, andere hingegen halten die Aufregung für übertrieben.

Der Post vom „Gasthaus zum grünen Wald“, ein Restaurant in Kronberg im Taunus, bezieht sich auf einen konkreten Vorfall, der sich am Samstagabend zugetragen haben soll. Zehn Gäste hätten demnach für 20 Uhr einen Tisch in dem Lokal reserviert. „Um 19.50 Uhr, gerade einmal zehn Minuten vor ihrer Reservierung, haben sie uns telefonisch mitgeteilt, dass sie nicht kommen werden“, so der Wirt. „Offen gestanden fehlt uns für ein solches Verhalten jegliches Verständnis.“

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Restaurant-Wirt erwartet „gewisses Maß an Wertschätzung“

Für das Gasthaus habe die kurzfristige Absage auch wirtschaftliche Konsequenzen gehabt. Gäste, „die gerne bei uns eingekehrt wären“, hätten zuvor abgewiesen werden müssen, weil der Tisch bereits reserviert war. Die kurzfristige Absage, so die Wertung des Wirts, sei „keine Lappalie“. Man wünsche sich ein „gewisses Maß an Wertschätzung, Rücksichtnahme und vor allem Verbindlichkeit“, heißt es in dem Facebook-Posting. Ein entsprechendes Foto der leeren Tische ist mit den Worten „Danke für nichts“ versehen.

Unter dem Beitrag haben sich binnen weniger Tage Hunderte Kommentare gesammelt. Viele Nutzer verstehen die Aufregung des Restaurantchefs. „Es ist schon erstaunlich: Vom Gastgeber erwartet man absolute Zuverlässigkeit, beim Gast nennt man dasselbe offenbar persönliche Entscheidungsfreiheit“, findet ein Nutzer. Und ein anderer kommentiert: „Diesen Leuten würde ich niemals mehr einen Tisch reservieren.“

Hüttenwirt verlangt seit dem Sommer Strafgebühr

Doch es gibt auch viel Kritik für das Restaurant. Etliche Nutzer finden den Wutausbruch übertrieben. „Mal darüber nachgedacht, dass den Leuten etwas dazwischengekommen sein kann, was es unmöglich machte, die Reservierung wahrzunehmen? Immerhin haben sie angerufen und sind nicht einfach ferngeblieben“, schreibt eine Frau und bekommt für ihre Meinung viel Zustimmung. Und eine Nutzerin meint: „Habt ihr ansonsten nur zwei Gäste pro Abend, dass der Wegfall der zehn Personen so ein großes Drama ist?“

Zu kurzfristige oder gar keine Absagen von Reservierungen in der Gastronomie sind schon seit Jahren ein Thema: Erst im Sommer hatte der österreichische Hüttenwirt Stephan Jobke mit einem Video in den sozialen Medien Aufsehen erregt. Gäste, die trotz Reservierung ohne Absage fernbleiben, müssen seitdem eine Strafgebühr bezahlen – 48 Euro pro Person. In den Bergen ist der Transport von Lebensmitteln noch einmal deutlich teurer als üblich.

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