Statt Medikamenten und OP
Kalkschulter: Endlich schmerzfrei dank sanfter Therapie
Aktualisiert am 13.06.2026 – 07:46 UhrLesedauer: 3 Min.
Manchmal verursacht sie unerträgliche Schmerzen, manchmal macht sie sich kaum bemerkbar: die Kalkschulter. Ohne Behandlung droht Schultersteife.
Wenn die Schulter in der Nacht schmerzt oder das Kämmen der Haare nahezu unmöglich erscheint, kann eine Kalkschulter die Ursache sein. Von einer Kalkschulter sind vor allem Menschen zwischen 35 und 50 Jahren betroffen, rund zwei Drittel davon sind Frauen.
Bei starken Schmerzen wird den Patienten manchmal zur Operation geraten. Doch es gibt auch eine schonende Therapie, die in vielen Fällen sehr gute Ergebnisse bringt: die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT).
Was genau ist eine Kalkschulter?
Bei einer Kalkschulter ist nicht das Schultergelenk selbst betroffen, sondern es kommt zu Kalkeinlagerungen in den umgebenden Schultersehnen. Häufig befinden sich die Kalkdepots in der sogenannten Rotatorenmanschette. Diese besteht aus vier zusammenhängenden Muskeln, die vom Schulterblatt zum Oberarmkopf ziehen. Ursache für die Kalkablagerungen können mechanische Faktoren sowie lokale Durchblutungs- oder Stoffwechselstörungen sein.
„Bewegungen über Kopf, aber auch nach hinten oder zur Seite mit Belastung sind äußerst schmerzhaft“, erklärt Dr. Rainer Berthold, Orthopäde, Unfallchirurg und Sportmediziner, die Symptome einer Kalkschulter. Die Vielfalt der Beschwerden lässt die Kalkschulter als Chamäleon erscheinen. Wegen der starken Schmerzen können die Patienten den Arm oft kaum noch bewegen und nicht auf der betroffenen Schulter liegen. Durch eine Schonhaltung verkürzen sich dann die Muskeln und die Schulter kann steif werden.
Wie stellt der Arzt die Diagnose?
Die Erkrankung wird meistens spät diagnostiziert. Denn solange die Ablagerungen klein sind, verursachen sie keine oder nur geringe Symptome.
„Wir können die Verdachtsdiagnose, die wir aufgrund des Beschwerdebildes und der Bewegungseinschränkung gewonnen haben, mithilfe des Ultraschallverfahrens und einer Röntgenuntersuchung bestätigen“, sagt Berthold. Diese Kombination sei im Vergleich zur Kernspintomografie von hoher Treffsicherheit und im Gegensatz zu dieser schnell und kostengünstig durchführbar.
Beim Heilungsprozess ist Geduld angesagt
Solange die Patienten mit ihren Beschwerden gut zurechtkommen, kann der meist gutartige Spontanverlauf der Erkrankung abgewartet werden. Oft ist eine konservative Therapie ausreichend. Dabei wird zunächst versucht, die akuten Schmerzen mit Eispackungen und entzündungshemmenden Medikamenten zu lindern. Bei sehr starken Schmerzen kann eine Spritze erforderlich sein.
Bis sich die Verkalkungen auflösen, können allerdings Monate vergehen. Diese Phase ist oft mit starken Schmerzen verbunden. Spezielle Dehnübungen helfen, die Beschwerden zu lindern. Bei Bedarf verordnet der Arzt zudem noch Medikamente gegen Schmerzen oder Entzündungen, um die Patienten, die häufig im Alltag und im Beruf stark eingeschränkt sind, kurzfristig zu entlasten.
Mit Stoßwellen gegen die Kalkansammlungen
Bei großen Kalkansammlungen wird den Patienten manchmal zur Operation geraten. Eine schonende Alternative dazu kann in vielen Fällen die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) sein. Der Nutzen der Behandlung ist inzwischen in Studien nachgewiesen.
