Die Reiseroute ist anspruchsvoll: Houston, Kansas City, Philadelphia. Für einen Debütanten ohne WM-Erfahrung zählt deshalb auch, wie gut das Trainerteam die Regeneration zwischen den langen Flügen steuern kann.
Das sind die wichtigsten Spieler von Curaçao
- Tahith Chong (Sheffield United, Marktwert rund 4,5 Millionen Euro): Der Offensivspieler ist Curaçaos auffälligster Einzelspieler, nicht nur wegen seiner auffälligen Haarpracht. Chong wurde in Willemstad geboren, der Hauptstadt Curaçaos, kam über Feyenoord Rotterdam in den englischen Profifußball zu Manchester United. Vor einigen Jahren spielte er in der Bundesliga für Werder Bremen. Er kommt über den offensiven rechten Flügel oder im Zehnerraum.
- Armando Obispo (PSV Eindhoven, rund 4 Millionen Euro): Der Innenverteidiger hat mehrere niederländische Jugendnationalmannschaften durchlaufen, bevor er sich für die von Curaçao entschied. Der Linksfuß ist zweikampfstark, sicher und schnörkellos in der Spieleröffnung. Seine Form wird bei der WM mitentscheidend sein.
- Sontje Hansen (FC Middlesbrough, Marktwert rund 4 Millionen Euro): Hansen kam im Sommer 2025 von NEC Nijmegen nach England. Seine erste Saison in Middlesbrough verlief enttäuschend (nur ein Tor in 17 Spielen). Für Curaçao ist er trotzdem wichtig. Der Flügelspieler ist schnell und stark im Eins-gegen-Eins: genau das, was ein Außenseiter nach Ballgewinnen braucht.
- Leandro Bacuna (Igdir FK, Marktwert rund 250.000 Euro): Der Kapitän des Teams geht mit Erfahrung voran, hat mit seinen 34 Jahren mehr als 600 Pflichtspiele auf dem Buckel. Ob in der Premier League, der Eredivisie oder in der Türkei: Bacuna hat den Fußball von mehreren Seiten kennengelernt. Bei Curaçao ist er der Anker im defensiven Mittelfeld, organisiert das Spiel des Fußballzwergs.
- Eloy Room (Miami FC, Marktwert rund 200.000 Euro): Room ist Curaçaos Rückhalt und Führungsfigur. Von seinen Stationen bei Vitesse, PSV, Columbus Crew, Cercle Brügge und Miami FC bringt er eine große Menge an Erfahrung mit. Für Curaçao ist er mehr als nur ein Torwart.
Der alte und neue Trainer: Dick Advocaat
Advocaat ist ein Coach der alten Schule: Klare Ansagen, definierte Rollen auf dem Platz so wie daneben. Für Curaçao passte das immer: Die Spieler kicken in aller Herren Länder und brauchen in der Nationalmannschaft eine schnelle Ordnung, weil kaum Trainingszeit bleibt. Advocaat gab ihnen genau das – Hierarchie, Klarheit, keine taktische Überfrachtung.
Rutten wirkte dagegen wie ein Fremdkörper. Er selbst sprach sinngemäß von einem Umfeld, in dem professionelles Arbeiten kaum noch möglich gewesen sei.
Warum Advocaat besser passt: Er hat das Wunder der Qualifikation mit der Karibikinsel geschafft und besitzt schon allein dadurch Autorität, die nicht mehr erklärt werden muss. Die Kabine kennt seine Abläufe, seine Sprache, seine Grenzen. Für einen Außenseiter vor einer WM ist das entscheidend. Curaçao braucht keinen Trainer, der jetzt eine neue Idee verkauft. Es braucht einen, dem die Spieler folgen, wenn sie gegen Deutschland 90 Minuten mit dem Rücken zur Wand verteidigen.
Spielsystem und Taktik
Curaçao wird bei der WM nicht versuchen, Gegner wie Deutschland oder Ecuador über Ballbesitz zu kontrollieren. Das Grundsystem dürfte ein 4-2-3-1 oder ein 4-3-3 sein. Die erste Pressinglinie lenkt den Aufbau nach außen. Dahinter schließen die Mittelfeldspieler die Halbräume. Curaçao wird versuchen, die gefährlichen Räume zu verdichten, um den Gegnern das Leben schwer zu machen.
Bei eigenem Ballbesitz sucht die Auswahl keine langen Passfolgen. Der erste Blick geht nach vorn. Die Brüder Juninho und Leandro Bacuna sollen nach Ballgewinn den ersten Kontakt sichern. Dann folgen Pässe in die Tiefe oder auf die Flügel. Tahith Chong und Sontje Hansen sind dafür wichtig: Sie können nach Balleroberungen Tempo aufnehmen, Gegenspieler binden und versuchen, im Eins-gegen-Eins an ihnen vorbeizukommen.












