Tabaksteuer beschlossen
Zigaretten werden teurer – so viel kostet eine Packung bald
Aktualisiert am 16.10.2026 – 17:42 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Bundestag hat eine Anhebung der Tabaksteuer beschlossen. Bis 2030 ist ein hoher Preisanstieg für die Packung Zigaretten möglich.
Der Bundestag hat eine Gesetzesnovelle zur Anhebung der Tabaksteuer beschlossen. Das Vorhaben sieht vor, die Steuern ab 2027 schrittweise zu erhöhen – bis 2030 könnte der Preis einer Packung Zigaretten um rund vier Euro steigen. Der Finanzausschuss des Bundestags hatte dem Vorhaben am Mittwoch bereits zugestimmt.
Im Sommer lag der durchschnittliche Preis für eine 20er-Packung Zigaretten bei 8,05 Euro. Auf Grundlage der geplanten Steuererhöhungen wird für 2027 ein Durchschnittspreis von 9,10 Euro erwartet, für 2028 von 9,91 Euro, für 2029 von 10,81 Euro und für 2030 von 11,78 Euro. Markenzigaretten könnten bis zu 14 Euro kosten; derzeit liegen sie unter 10 Euro.
Auch Feinschnitt wird teurer
Auch Feinschnitt, also loser Tabak zum Selbstdrehen, wird teurer. Eine 30-Gramm-Packung ist aktuell für 6 bis 8 Euro zu haben und enthält etwa doppelt so viel Tabak wie eine vorgefertigte 20er-Packung. Prognosen zufolge könnte der gewichtete Durchschnittspreis von gut 8 Euro im kommenden Jahr auf mehr als 12 Euro im Jahr 2030 steigen. Teurer werden außerdem Zigarren, Zigarillos und Wasserpfeifentabak, allerdings weniger stark als zwischenzeitlich im Gesetzgebungsverfahren erwogen.
Auch Dampfer werden künftig aller Voraussicht nach deutlich mehr Geld für ihre E-Zigaretten-Flüssigkeiten zahlen müssen. Ein Milliliter Liquid soll ab 2027 mit 38 Cent besteuert werden und damit um sechs Cent mehr als bisher. Bis 2030 soll der Satz schrittweise auf 44 Cent steigen.

Die Bundesregierung begründet das Vorhaben mit dem Konsolidierungsbedarf des Haushalts sowie dem Schutz der öffentlichen Gesundheit. Im vergangenen Jahr nahm der Staat 17,6 Milliarden Euro an Tabaksteuern ein. Das Bundesfinanzministerium rechnet damit, dass die Steueranhebung 2027 rund 1,5 Milliarden Euro Mehreinnahmen bringt; bis 2030 sollen es 4,5 Milliarden Euro sein.
Kritik der Tabakbranche
Die Tabakbranche zweifelt an diesen Zahlen. Michael von Foerster vom Verband der deutschen Rauchtabakindustrie (VdR) warnt, der „Hoffnungsposten Mehreinnahmen“ werde keine Realität werden. Jan Mücke vom Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) spricht von „völlig unrealistischen Luftschlössern“. Viele Verbraucher würden auf den Schwarzmarkt abwandern und sich illegale Zigaretten besorgen oder im EU-Ausland einkaufen, sagt er. Er verweist dabei auf eine Studie des Beratungsunternehmens DIW Econ, das ähnliche Steueranhebungen in anderen EU-Staaten analysiert und Schwarzmarkteffekte auch für Deutschland prognostiziert hatte.
Katrin Schaller vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) befürwortet die Steuererhöhung. „Eine Tabaksteuererhöhung ist die wirksamste einzelne Maßnahme, um Menschen zum Nichtrauchen zu motivieren“, sagt sie. Die Steueranhebung bedeute nicht zwangsläufig, dass der illegale Handel steige. Schaller plädiert dafür, Lieferketten zu kontrollieren und den Zoll zu stärken: „Wenn man das mehr unterstützt, sollte das beherrschbar sein mit dem Schwarzmarkt.“
Nach dem Bundestagsbeschluss kann der Bundesrat am Freitag Einspruch einlegen; dass es dazu kommt, gilt jedoch als so gut wie ausgeschlossen.











