„Nicht das Atomklo von Deutschland werden“
Schwesig und Holm attackieren sich im ersten TV-Duell
09.09.2026 – 23:18 UhrLesedauer: 2 Min.
Im Schweriner Schloss treffen die Kontrahenten aufeinander. Die Debatte wird ungewöhnlich scharf geführt.
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm haben sich eineinhalb Wochen vor der Landtagswahl ein erstes TV-Duell geliefert. Die Debatte im Schweriner Schloss strahlten n-tv und der Radiosender Ostseewelle aus.
Das Rennen um die Macht im Nordosten bleibt offen. Laut einer Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des NDR liegt die AfD mit 35 Prozent vorn. Die SPD folgt mit drei Punkten Rückstand.
- Besondere Verbindung: Manuela Schwesig verrät Details aus ihrer Ehe
- Wahlumfrage in MV: Trend bestätigt sich
Nach Angaben von Schwesig wünschten sich 60 Prozent der Bürger, dass sie Ministerpräsidentin bleibe. Die Themen reichten von Bildung über Rüstung bis zu Energie und Migration.
Schwesig: „Sie reden das Land schlecht“
Schwesig bezeichnete die AfD als „gefährliche Partei für unser Land, für die Wirtschaft, für das soziale, auch für uns Frauen“. Ihren Angaben zufolge wünschen sich laut einer neuen Umfrage 60 Prozent der Bürger im Land, dass sie Ministerpräsidentin bleibe. Holm wollten nur 25 Prozent. Sie warf Holm vor: „Sie reden das Land schlecht“. Ihre Landesregierung mache hingegen. Holm konterte umgehend: „Sie machen halt das Verkehrte.“
Beim Thema Energie prallten die Positionen aufeinander. Schwesig lehnte den Bau neuer Kernkraftwerke ab. Sie sagte: „Wir wollen hier nicht das Atomklo von Deutschland werden.“ Holm widersprach: Seine Partei habe nicht im Programm stehen, neue Kernkraftwerke zu bauen, „sondern wir wollen uns bemühen zu erforschen und zu schauen, ob das ein sinnvoller Weg sein kann“. Das AfD-Wahlprogramm fordert einen Wiedereinstieg in die Kernenergie. Holm sagte, der Ausbau von Windkraft müsse gestoppt werden.
Experte: Holm ein „Wolf im Schafspelz“
Der Rostocker Politikwissenschaftler Wolfgang Muno bezeichnete das Duell als „Warmlaufen“. Muno zeigte sich überrascht, wie aggressiv Schwesig gegenüber Holm auftrat. Sie sei viel auf Attacke gegangen, Holm defensiver gewesen. Holm habe versucht, sich als moderat darzustellen. „Doch ich glaube, er ist ein Wolf im Schafspelz“, sagte Muno weiter. Holms Aussagen zur Fachkräfteeinwanderung stünden im Widerspruch zu den Remigrationsforderungen der Partei.
Am 16. September treffen Schwesig und Holm erneut aufeinander. Dann debattieren sie vor den Kameras des NDR.











