Schlafstörungen
Schlafwandeln – darf man Betroffene wecken?
Aktualisiert am 30.06.2026 – 07:30 UhrLesedauer: 2 Min.
Schlafwandeln ist häufig harmlos, kann je nach Umgebung aber auch mit Risiken einhergehen. Ist es ratsam, Betroffene aufzuwecken?
Beim Schlafwandeln, auch Somnambulismus genannt, handelt es sich um eine Aufwachstörung. Also eine Form von Schlafstörung, bei der Betroffene teils komplexe Handlungen ausführen, während sie sich in einem Zustand zwischen Schlafen und Wachen befinden. Die Episoden dauern für gewöhnlich wenige Minuten (selten bis eine Stunde oder länger) und treten meist im ersten Drittel der Nacht auf, häufig etwa 30 bis 90 Minuten nach dem Einschlafen.
Typischerweise tritt Schlafwandeln vor allem bei Kindern zwischen vier und zwölf Jahren auf: Etwa 15 Prozent aller Kinder in dieser Altersgruppe sind betroffen, wobei Jungen und Mädchen gleich häufig schlafwandeln. Mit zunehmendem Alter lässt das Schlafwandeln bei Kindern meist nach. Bei Erwachsenen ist das Phänomen seltener und betrifft etwa vier Prozent der Männer und Frauen.
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Wie macht sich Schlafwandeln bemerkbar?
Schlafwandelnde können verschiedene Verhaltensweisen zeigen, während derer sie meist offene Augen und einen starren Gesichtsausdruck haben. So können sie beispielsweise, ohne sich dessen bewusst zu sein,
- aufrecht im Bett sitzen und umherschauen,
- unverständlich vor sich hinmurmeln oder auch teils verständliche Sätze sprechen,
- umherlaufen,
- sich ankleiden, putzen, essen, Möbel verrücken oder sogar mit dem Auto fahren,
- Türen oder Fenster öffnen.
Auf Ansprache oder Berührung reagieren Schlafwandelnde für gewöhnlich nur wenig. Nach dem Aufwachen beziehungsweise am nächsten Morgen erinnern sich die Betroffenen in der Regel nicht an die Episode.
Soll man Schlafwandelnde wecken?
Eine weitverbreitete Meinung besagt, dass man schlafwandelnde Menschen auf keinen Fall wecken sollte. Doch stimmt das? Jein. Richtig ist, dass Schlafwandelnde oft schwer zu wecken sind. Wird dennoch versucht, Betroffene aufzuwecken, erschrecken sich diese häufig, wissen nicht, wo sie sind und reagieren verwirrt, mitunter aggressiv. Möglicherweise erkennen sie ihr Gegenüber im ersten Moment nicht.
Besteht die Gefahr, dass Schlafwandelnde sich verletzen könnten, gilt es jedoch unbedingt einzugreifen – aber so behutsam wie möglich. Die Person dabei zu erschrecken oder gewaltsam festzuhalten, sollte am besten vermieden werden.
Anstatt Schlafwandelnde abrupt zu wecken, ist es vielmehr ratsam:
- ruhig zu bleiben,
- leise mit dem oder der Betroffenen zu reden und
- ihn oder sie sanft und vorsichtig ins Bett zurückzuführen.












