Weniger Flüge und Maschinen
Ryanair streicht 700.000 Sitzplätze in Deutschland
08.10.2026 – 10:16 UhrLesedauer: 2 Min.
Ryanair fühlt sich von der Bundesregierung aus deutschen Standorten vertrieben. Für Reisende wird das Angebot an günstigen Flügen immer kleiner.
Ryanair streicht im Winterflugplan 2026/27 rund 700.000 insgesamt Sitzplätze in Deutschland. Das teilte die irische Fluggesellschaft am Donnerstag mit. Gegenüber dem Winter 2025 entspricht das nach Angaben des Unternehmens einem Minus von zehn Prozent. Betroffen sind vor allem die Standorte Berlin und Hamburg. Erst am gestrigen Mittwoch war bekannt geworden, dass Ryanair auch am Standort Bremen den Betrieb stoppt.
Sieben Berliner Ryanair-Maschinen werden verlegt
Ihre Berliner Basis mit sieben Flugzeugen schließt die Airline zum 24. Oktober. Die sieben Maschinen werde Ryanair nach eigenen Angaben an Flughäfen in andere EU-Staaten verlegen. Zwölf Strecken fallen dann in Berlin weg, darunter die Verbindungen nach Bologna, Gran Canaria, Lanzarote, Marseille, Palermo, Pisa, Tallinn, Thessaloniki und Vilnius. Auf den verbleibenden Berlin-Routen werde die Zahl der Flüge reduziert. Auch in Hamburg werde das Angebot im Winter um fünf Prozent sinken.
An anderen deutschen Standorten baut die Billig-Airline dagegen aus. In Memmingen um zwölf Prozent, in Köln um zehn Prozent. Friedrichshafen und Saarbrücken werden erstmals im Winter angeflogen.
„Nicht mehr seriös“
Die Gründe für den Rückzug sind laut Ryanair-Chef Eddie Wilson finanzieller Natur. Er erklärte in einer Pressemitteilung: „Ryanair verfügt über die Flugzeuge und die Nachfrage, um in Deutschland zu wachsen, doch die Luftverkehrsteuer, hohe Flughafengebühren sowie Sicherheits- und Flugsicherungskosten treiben Kapazitäten, Investitionen und Arbeitsplätze in wettbewerbsfähigere Märkte in ganz Europa.“
Die Bremer Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) erklärte zum Rückzug der Fluggesellschaft aus Bremen: „Ryanair wollte die Leistungen des Flughafens und die Nutzung seiner Infrastruktur nahezu kostenfrei erhalten.“ Dadurch würde der Airport aber mit jedem Passagier von Ryanair Verluste erwirtschaften. „Ein solches Geschäft ist nicht nur unverhältnismäßig, sondern auch nicht mehr seriös“, so die Politikerin.











